Erlebte Überzeugung: Der FCB holt sich Schub für die zweite Halbzeit
Aktualisiert

Erlebte ÜberzeugungDer FCB holt sich Schub für die zweite Halbzeit

Die CL-Halbzeitbilanz des FCB fällt ernüchternd aus. Matias Delgado glaubt aber: das 0:3 in Paris gibt im Kampf um das europäische Überwintern neuen Schub.

von
E. Tedesco
Paris

FCB-Trainer Urs Fischer zieht seine Halbzeitbilanz in der Champions League. (Video: 20 Minuten)

Ein Punkt nach drei Spielen: Die Bilanz des FC Basel bei Halbzeit der Gruppenphase der Champions League fällt nüchtern aus. «Durchzogen», findet Trainer Urs Fischer. Er zählt auf: «Eine gute Leistung gegen Ludogorez, das Resultat aber nicht dementsprechend; viel Erfahrung gesammelt in London und ein guter, zum Teil toller Auftritt in Paris, aus dem wir nichts mitgenommen haben.»

Zumindest nichts Zählbares, findet Matias Delgado. «Wir haben gemerkt, dass wir zu viel mehr fähig sind», so der Captain. Natürlich sei man auch vorher davon überzeugt gewesen, die Qualität zu haben, gegen grosse Teams zu bestehen. Dass die Ausgabe 2016/17 des FCB aber auch zu etwas Besonderem fähig ist, über sich hinauszuwachsen und mögliche Grenzen zu verschieben, blieb er bislang international schuldig. Obwohl die Spieler immer wieder beteuert haben, dass der FCB eben diese Qualität habe.

Der Glaube an die eigene Stärke

«Nur reden reicht nicht. Es hat vielleicht genau so ein Spiel gebraucht, damit es Klick macht. Auch wenn wir verloren haben weiss nun jeder, dass noch mehr geht, wenn man noch mehr gibt», sagt Delgado am Pariser Flughafen Charles de Gaulle. Der FCB mag zwar im Prinzenpark gegen eine zusammengekauften Toptruppe untergegangen sein, aber am Ende scheint er gegen PSG doch gewonnen zu haben: Den Glauben an die eigene Stärke.

«Wir haben es erfahren, dass etwas geht, wenn wir wirklich wollen», so Delgado. Und zwar nicht nur in der Theorie, sondern wahrhaftig. «So wie ich die Mannschaft nach dem Spiel gesehen habe, glaube ich, dass dieses Spiel trotz Niederlage etwas Positives ausgelöst hat.»

Nur Taten zählen

«Ich glaube auch, dass London ein wichtiges Spiel in der Entwicklung jedes einzelnen Spielers gewesen ist: Dass nur mithalten nicht ausreicht und man mehr machen muss, um gegen ein solches Team wie Arsenal oder PSG zu bestehen», ergänzt Urs Fischer die Ausführungen seines Captain. «Man muss überzeugter in allem sein, mehr dran glauben, als der Gegner. Ob uns das im Heimspiel gegen Paris wieder gelingt, das sei jetzt einmal dahingestellt.»

Dahingestellt schon deshalb, weil der Gegner seinerseits 14 Tage Zeit habe sich das eine oder andere für das Rückspiel zu überlegen. «Das Positive und die Überzeugung mitzunehmen aus Paris ist wichtig«, so Fischer weiter, «aber bestätigen, dass ist wieder ein anderes Paar Schuhe. Das liegt nun an uns, dass noch besser zu machen. Taten zählen, nur Taten - dreimal Pfosten ist nicht nur Pech. Für mich gehört das auch zur Effizienz und auch zum Thema Überzeugung.»

Realistisch ist nur noch das Minimalziel

Mit diesem Schub will Rotblau das Maximum aus Hälfte zwei der Kampagne herausholen, gibt sich der FCB-Captain kämpferisch. Der Einzug in die Achtelfinals in der siebten CL-Kampagne der Bebbi scheint aussichtslos. Mit aktuell sechs Punkten Rückstand auf den zweiten Platz müsste der FCB die restlichen drei Spiele wohl gewinnen.

Realistisch ist eher das Minimalziel «überwintern in der Europa League». Dafür braucht es – erbeutet der FCB gegen Arsenal und PSG auch zu Hause keine Punkte – aber am 23. November in Sofia einen Sieg oder zumindest ein Remis gegen das punktgleiche Ludogorez.

Deine Meinung