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Erfolgreich wie nieDer FCB kratzt an der 100-Millionen-Marke

Der FC Basel präsentiert an seiner 118. Generalversammlung ein Rekordergebnis. Vor allem in der Champions League spielte Rotblau so viel Geld ein wie noch nie.

von
Eva Tedesco
Die Führung des FC Basel präsentiert an der Generalversammlung ein Rekordergebnis.

Die Führung des FC Basel präsentiert an der Generalversammlung ein Rekordergebnis.

Der abtretende FCB-Finanzchef Mathieu S. Jaus übergibt seinem Nachfolger Stephan Werthmüller ein prallgefülltes Kässeli. Im Kalenderjahr 2011 generierte der FCB einen Umsatz von 67,6 Millionen Franken. So viel wie noch kein Schweizer Fussballverein zuvor. Der Reingewinn beträgt 5,52 Millionen. Allein in der Champions League kassierte der alte und neue Schweizer Meister 24 Millionen Franken. Rund fünf Millionen Franken aus der Europa-Kampagne kann der FCB in die Bilanz für das Jahr 2012 übertragen. Wie auch den Reingewinn aus der Jahresrechnung 2011. «So gehen wir mit Rückenwind ins Kalenderjahr 2012», so Jaus zufrieden.

In vier Champions-League-Teilnahmen hat der FCB knapp 95 Millionen Franken verdient. Bei der Premiere im 2002 betrug der Gewinn 28 Millionen Franken. Auch dank der Zwischenrunde, die es damals noch gab. Die Teilnahmen in den Jahren 2008 und 2010 waren sportlich wie finanziell weniger lukrativ: Die Einnahmen beliefen sich auf je 19 Millionen. Rund 29 Millionen werden es dank der sensationellen Achtelfinal-Qualifikation aus der vergangenen Kampagne werden. Dass Rotblau die 100-Millionen-Marke knapp verpasst, liegt allein am schwachen Euro. 2008 gab es für den Euro 1,50 Franken und mehr. Jaus: «Die Verbandseinnahmen wären dann um rund vier Millionen Franken höher ausgefallen.» Und der FCB hätte an der 100-Millionen-Marke gekratzt.

Spitzenreiter auch bei den Zuschauereinnahmen

Besonderes wirtschaftliches Geschick zeigt die Vereinsleitung bei der Ausbildung und dem Verkauf von Spielern. 2011 füllte der Transfer von Samuel Inkoom in die Ukraine die Kasse. Und auch der abrupte Abgang von Thorsten Fink zum HSV brachte Geld ein. Den Trainer-Transfer im letzten Oktober liess sich der FCB mit über einer Million Franken Schmerzensgeld bezahlen. Insgesamt belief sich der Transferertrag 2011 auf 9,7 Millionen.

Absolut top ist Rotblau bei den Zuschauereinnahmen. 26,6 Millionen Franken (bei einem Schnitt von über 29000 Fans pro Heimspiel und über 24000 Saisonkarten-Inhabern) nahm der FCB durch Zuschauer ein. Zum Vergleich: Der Schnitt beim Rest der SL-Klubs liegt bei knapp acht Millionen Franken.

Der Erfolg bringt auch Mehrausgaben mit sich

Das erfolgreiche Jahr 2011 hat aber auch die Kosten in die Höhe schnellen lassen. Allein die Personalkosten belaufen sich mittlerweile auf 34,9 Millionen Franken - für aktuell 161 Angestellte. Die Lohnkosten für das Profikader weist der FCB nicht aus. Schätzungsweise liegt diese Summe aber zwischen 20 und 23 Millionen. Die Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr (31,3 Millionen) ist auf den sportlichen Erfolg und die damit zusammenhängenden Prämien für die Profimannschaft (Punkteprämien, Meisterprämien etc.) zurückzuführen. «Die Prämien sind für ausserordentliche Leistungen ausbezahlt worden und deshalb sehr gut investiertes Geld», sagt Jaus.

Dank diesen ausserordentlichen sportlichen Erfolgen sieht es danach aus, dass der FCB seinen Umsatzrekord schon mit der nächsten Jahresrechnung wieder übertrumpfen wird. Zu den eingangs erwähnten Millionen, die auf das Jahr 2012 übertragen werden, kommen rund 15 Millionen fix dazu. Das ist die Summe, die die Bayern für den Transfer von Xherdan Shaqiri nach Basel überweisen müssen. Weitere mögliche Transfereinnahmen sind nicht ausgeschlossen. Ein Jahresumsatz von 80 Millionen Franken ist keine Utopie. Und auch 100 Millionen scheinen nicht mehr unerreichbar, glaubt Jaus. Ein Satz, den die Konkurrenz der Bebbi mit Unbehagen lesen wird.

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