21.09.2020 05:58

Fan-Revolte«Der FCB-Präsident kontrolliert sich selber»

Teile der FCB-Fans machen sich grosse Sorgen um ihren Verein und fordern den Rücktritt der Vereinsführung um Bernhard Burgener. Eine Website bündelt ab jetzt all die Kritik an den FCB-Bossen.

von
Oliver Braams
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Seit Wochen hängen in der Region Basel Transparente, die den Rücktritt der FCB-Führung fordern.

Seit Wochen hängen in der Region Basel Transparente, die den Rücktritt der FCB-Führung fordern.

Leser-Reporter
Der Zusammenschluss «Yystoo für e FCB» will jetzt eine Plattform bieten für die Interessen des Vereins gegenüber den FCB-Bossen.

Der Zusammenschluss «Yystoo für e FCB» will jetzt eine Plattform bieten für die Interessen des Vereins gegenüber den FCB-Bossen.

Yystoo.ch
Sie machen sich um die Entwicklungen unter der Vereinsführung Bernhard Burgeners grosse Sorgen. «Wir hören von den Verantwortlichen immer, dass nichts Konstruktives komme.» Dem will «Yystoo» entgegentreten und schaltet eine Website auf, die die ganze Kritik bündeln soll.

Sie machen sich um die Entwicklungen unter der Vereinsführung Bernhard Burgeners grosse Sorgen. «Wir hören von den Verantwortlichen immer, dass nichts Konstruktives komme.» Dem will «Yystoo» entgegentreten und schaltet eine Website auf, die die ganze Kritik bündeln soll.

Yystoo.ch

Darum gehts

  • Eine Zusammenschluss diverser FCB-Fangruppierungen schaltet heute eine Website auf, wo Kritik an der Vereinsführung geäussert werden kann.
  • Dadurch soll der Vereinsführung aufgezeigt werden, wie viele Menschen sich um den FCB sorgen.
  • Die Initianten fordern eine Stärkung des Vereins gegenüber der Holding und der Aktiengesellschaft.

«Der FC Basel 1893 ist mehr als ein Konstrukt aus Aktiengesellschaft, Holding und Verein.» Das schreibt ein Zusammenschluss von Anhängern unter dem Namen «Yystoo für e FCB», der sich um die Entwicklungen unter der Vereinsführung Bernhard Burgeners grosse Sorgen macht. «Yystoo» bietet ab heute besorgten Fans eine Plattform, auf der sie Ängste um den Club teilen können.

Seit Wochen hängen in der Region Basel Transparente, die den Rücktritt der FCB-Führung fordern. Damit habe die Gruppierung aber nichts zu tun, sagt Mit-Initiant David Frey auf Anfrage von 20 Minuten. «Aber es zeigt, dass rund um den FCB einiges im Argen liegt.» Und dass sich weit mehr Sympathisanten des FCB um den Club sorgen, als der Vereinsführung lieb sein kann.

«Wir hören von den Verantwortlichen immer, es sei einfach zu kritisieren», sagt Frey. «Und, dass nichts Konstruktives komme.» Dem wollen er und eine Gruppe von rund 20 Fans jetzt entgegentreten. Sie bieten einen Kanal, der die ganze Kritik bündeln soll. Legitimiert sehen sie sich dadurch, dass sie sich als breit aufgestellter Zusammenschluss verschiedenster Fan-Gruppierungen verstehen.

Breiter Zusammenschluss

Dadurch könne «Yystoo» auch die unterschiedlichsten Stimmungsbilder in der Fangemeinde erfassen. Indem sie diese zusammentragen, wollen die Initianten der Website die gesellschaftliche Bedeutung des FCB bewahren. Denn in seiner Funktion als lokal verankerte Institution dürfe er nicht zum Spielball wirtschaftlicher Interessen werden, schreiben sie auf der Internetseite.

Die Website ins Leben gerufen haben sie ganz konkret, um der Clubführung zu zeigen, wie viele Menschen sich um den FC Basel sorgen. «Wir hoffen, dass das Gewicht der vielen Unterstützer den Weg frei machen wird für Lösungen», sagt Frey. «So wie der Club jetzt aufgestellt ist, geht das nicht.»

Kern des Problems ist laut der Vereinigung Präsident Bernhard Burgener. Seit seiner Übernahme vor drei Jahren habe der FCB auf vielen Ebenen grossen Schaden erlitten, wie es auf der Website heisst. «Yystoo» fordert deshalb nicht weniger als seinen Rücktritt und eine neue lokal verankerte Clubverantwortung.

Verein gegenüber Aktiengesellschaft und Holding stärken

Nur über den Verein können die Anhänger etwas bewegen, so Frey. «Wir müssen die Vereinsbasis gegenüber Aktiengesellschaft und Holding stärken. Burgeners Doppelfunktion als Präsident des Verwaltungsrates und als Vereinspräsident darf nicht sein», sagt er. «Denn jetzt kontrolliert Burgener eigentlich sich selbst», so Frey.

Darum solle an der nächsten Generalversammlung ein unabhängiger Vereinsvorstand gewählt werden. «Dies ist im Sinne einer «Good Governance» eigentlich unerlässlich», so Frey. Damit die Vertretung der Vereinsmitglieder eine Ernsthaftigkeit erhält, dürfe im Vorstand niemand von der Holding oder der Aktiengesellschaft vertreten sein.

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23 Kommentare
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Nick

21.09.2020, 09:57

Sehr spannend! Ich höre die Grillen zirpen.

könnte das die Zukunft sein

21.09.2020, 09:55

Degen könnte dafür sorgen, dass Burgener seine Mehrheit verliert Ein Fakt, der den Centricus-Deal nicht eben vereinfacht. Denn in Degens Aktionärsvertrag soll festgehalten sein, dass dieser ein Vorverkaufsrecht besitzt. Degen müsste also jene Anteile, die Burgener aktuell veräussern will, nicht erwerben wollen – nur dann könnte Centricus an seine Stelle treten. Aber damit nicht genug. Denn Degen soll darüber hinaus ein Recht bis Herbst 2021 besitzen, maximal 35 Prozent von Burgeners Anteil zu kaufen. Der Preis soll ebenfalls im Aktionärsvertrag Degens vordefiniert sein. Lehnt Degen also jetzt den Kauf der 20 bis 30 Prozent ab, die Centricus erwerben will, und ebnet den Briten damit den Weg, zieht aber in einem Jahr seine Option, um seinen aktuellen Anteil von 10 auf 35 Prozent der Aktien am FCB zu erhöhen, dann verlöre Burgener die Mehrheit an seinem Verein.

Heiri

21.09.2020, 09:54

Immer gleich schimpfen wenn man verliert :-( ... Spielen muss in erster Linie Spass machen. Hauptsache die Stimmung ist gut.