5 Titel in Folge: Der FCB will den Eintrag in die Geschichtsbücher
Aktualisiert

5 Titel in FolgeDer FCB will den Eintrag in die Geschichtsbücher

Am Samstag eröffnet Basel die Saison gegen Aufsteiger Aarau. Erstmals seit Sommer 2009 ohne gravierende Veränderungen im Kader, aber mit gewohnt ehrgeizigen Zielen.

von
Eva Tedesco

Was anderes soll ein Trainer beim FC Basel sagen, als «wir wollen den Titel verteidigen, den Cup gewinnen und in die Gruppenphase der Champions League einziehen». Zumal von Sättigung und Motivationsproblemen beim Serien-Meister keine Spur erkennbar ist und die Möglichkeit lockt, als erster und einziger Schweizer Fussballklub fünfmal in Folge Meister zu werden und (einmal mehr) ein Eintrag in die Fussball-Geschichtsbücher möglich ist.

«Ich brauche keine zusätzliche Motivation», sagt Goalie Yann Sommer. «Was wir Jahr für Jahr beim FCB erleben dürfen, ist unglaublich und Motivation genug. Die Batterien sind voll und es kann losgehen.» Und Captain Marco Streller ist überzeugt: «Wenn wir unsere Erfolge nicht als selbstverständlich ansehen, dann kommt der Appetit auf Titel von selber.» «Es braucht neue Ziele und neue Spannung», sagt Trainer Murat Yakin, «und meine Spieler sind erfahren genug, um sich die zu setzen. Gewonnenes gehört in die Vitrine. Ich muss keine künstlichen Ziele und Symbole erzeugen. Vom FCB wird erwartet, das er um den Titel und den Einzug in die Champions League mitspielt.»

Das Bangen um Spieler geht weiter

Das kann Yakin mit einer weitgehend unveränderten Mannschaft. Die umworbenen Spieler wie Aleksandar Dragovic (die Verhandlungen mit Inter Mailand sind zur Hängepartie verkommen), Yann Sommer (Fiorentina) und Valentin Stocker sind noch da. Vor allem bei den Letztgenannten sind die Chancen, dass sie bleiben werden, intakt. Erstmals seit Sommer 2009 muss der FCB keine radikalen Veränderungen verkraften und Streller ist glücklich darüber. Auch wenn der Captain einräumt, dass neue Spieler durchaus positive Impulse und Hunger auf Erfolg mitbringen können. «Aber es ist ein Vorteil, dass wir weitgehend mit dem alten Kader in die neue Saison starten können, so sind wir eingespielt.»

Das Bangen um wichtige Spieler ist aber noch lange nicht zu Ende – das ist bei Rotblau jedem bewusst. Das internationale Transferfenster ist noch bis 31. August offen. In manchen Ländern auch länger. Transfers und auch Verletzungen können ausländische Vereine durchaus noch zu Reaktionen zwingen und der Schweizer Markt ist weiterhin interessant.

Yakin als Animateur

«Ich mache mir grosse Hoffnungen, dass die Spieler bleiben. Auch Drago. Aber das Transferfenster ist noch lange offen und wir müssen sehen», so Yakin. Der FCB sei aber jederzeit in der Lage auf Abgänge zu reagieren, auch wenn man nicht jeden Spieler gleich eins zu eins ersetzen könne. «Die Mannschaft ist leistungsmässig zusammengerückt», so Yakin und es würden sich ihm Alternativen bieten. Ausser auf einer Position.

«Die schwierigste Aufgabe wäre, Yann Sommer zu ersetzen», so der FCB-Trainer. Ihm stelle sich vier Tage vor dem Saisonauftakt gegen Aufsteiger eher das Problem, das er gleich im ersten Spiel zehn Spieler enttäuschen wird müssen. «Jeder will spielen und diese Spieler bei Laune zu halten, ihnen klar zu machen, dass die Saison lang ist und jeder Einzelne gebraucht wird, ist die Herausforderung. Aber jeder Spieler muss auch ein gewisses Vertrauen aufbringen.»

Das richtige System

Mit dem Erreichen der Gruppenphase in der Champions League erhöht sich diese Chance für jeden rotblauen Akteur um ein Vielfaches. 20 internationale Partien (Aus erst im EL-Halbfinal gegen Chelsea) hat der FCB in der abgelaufenen Saison absolviert. «Einige Spieler sind gegen Ende der Meisterschaft fast am Kieferknochen gelaufen, nicht nur auf dem Zahnfleisch. Und wir wollen doch das Niveau konstant hochhalten, trotz internationaler Zusatzbelastung. Und dafür brauche ich auf jeder Position zwei Spieler mit gleicher Qualität.»

Wie fast immer im Gespräch mit Taktikfuchs Murat Yakin kommt auch die Systemfrage zur Sprache. Wird er nun, da neben Marco Streller auch Raúl Bobadilla zur Verfügung steht, in Zukunft mit zwei Stürmern spielen, wird er gefragt? Aber da lässt sich der 38-Jährige in kein starres Korsett zwängen. «Das System ist oft Interpretationssache. Ich fixiere mich nicht auf ein System, sondern orientiere mich am Gegner. Der FCB muss – vor allem zu Hause – immer in der Lage sein, das Spiel zu dominieren. Das ist für mich das richtige System.»

Es gilt einen harzigen Start zu vermeiden

Wo der FCB und die Konkurrenz kurz vor dem Meisterschaftsstart schon stehen, darüber kann Yakin keine Prognosen abgeben. «Das ist schwierig zu sagen, dazu sind die Resultate der Testspiele zu wenig aussagekräftig und ich habe die Gegner auch noch zu wenig sehen können. Aarau wird sicher mit der Euphorie des Aufsteigers zu uns kommen, mit YB müssen wir rechnen, GC hat wenig Veränderungen im Kader zu verzeichnen, St. Gallen hat in meinen Augen sehr gute Transfers gemacht und mit Sion ist am Anfang der Saison immer zu rechnen. Zürich hat eine tolle Rückrunde gemacht und hat deshalb schon meinen Respekt. Es wird also spannend. Wir konzentrieren uns erst einmal auf den Saisonstart, der ja in den letzten Jahren in Basel oft harzig verlief.»

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