Europa League: Der FCB will im «Fussball-Mekka» brillieren
Aktualisiert

Europa LeagueDer FCB will im «Fussball-Mekka» brillieren

In den Viertelfinals der Europa League tritt der FC Basel bei den Tottenham Hotspurs an. Der FCB peilt gegen den Premier-League-Klub die nächste Sensation an.

von
Eva Tedesco
London

Der FC Basel steht als letzter Landesmeister in der Runde der besten Acht in der Europa League. Kein Team hat bislang so viele europäische Partien in der aktuellen Saison absolviert, wie der FCB. Die Begegnungen gegen den Premier Ligisten werden die Auftritte 17 und 18 auf der europäischen Bühne für Rotblau sein.

Hingegen hat keine andere Nation mehr Vertreter in den Top Acht dieses Wettbewerbs, wie die Engländer. Mit Chelsea, Newcastle United und Tottenham haben die Briten noch drei Klubs in den Viertelfinals am Start. Das Tableau wird neben den Schweizern mit einer russischen Mannschaft (Rubin Kasan), einer türkischen (Fenerbahçe), einer aus Italien (Lazio Roma) und einem portugiesischen Team (Benfica) komplettiert.

Wie in alten Zeiten des Uefa Cup

Im Vergleich zum «Einheitsbrei» der Champions League, in denen in den letzten Jahren fast immer die gleichen Klubs die letzten Runden bestreiten, wirken diese K.o.-Spiele der Europa League durch «neue» Teilnehmer unvorhersehbarer, überraschender, erfrischender. Man erinnert sich noch an den alten Europacup, an das Spezielle, Besondere – wo noch nicht bis zum Waschmittel der Tenüs alles gescoutet, erfasst und analysiert wurde und die Fans noch ohne «generalstabsmässige Kontrolle der Uefa» singen und ihre Mannschaft anfeuern durften.

In diese Zeit gehen auch die guten Erinnerungen der Spurs zurück. Sie sind der einzig noch verbliebene Teilnehmer, der den Uefa Cup schon gewonnen hat. Das war in der Saison 1971/72 sowie 1983/84. Zwar spricht die Statistik auch 2012/13 für einen englischen Sieger – immer wenn drei Teams im Viertelfinal standen (2010/11 und 2011/12) bestritten zwei davon ein Endspiel. Kein Wunder, träumen die Fans im Mutterland des Fussballs bereits von einem rein englischen Endspiel am 15. Mai in Amsterdam. Aber mit ehemaligen Siegern kann der FCB durchaus umgehen. Das hat man zuletzt im Achtelfinal unter Beweis gestellt und mit Zenit St. Petersburg schon einen ehemaligen Gewinner (2008) kalt gestellt.

Der grosse Tottenham-Star heisst Bale

Die Hoffnungen der Spurs ruhen insbesondere auf Gareth Bale. In der offiziellen Rangliste der besten Spieler der Premier League wird der 23-jährige Waliser hinter Robin van Persie (ManUnited) und Juan Mata (Chelsea) an dritter Stelle geführt. Mit 17 Toren (27 Spiele) belegt er auch in der Torschützenliste - hinter Luis Suarez (Liverpool, 30 Spiele/23 Tore) und Van Persie (30/19) – Rang 3. Obwohl Bale eher auf den Flügeln (links und rechts) beheimatet ist, kommt er unter Trainer André Villas-Boas vermehrt auch entweder mit Jermain Defoe oder Emmanuel Adebayor im Sturm zum Zug.

Ob links, rechts oder in der Mitte - mit Schweizer Gegnern verbindet der 37-fache walisische Internationale durchwegs positive Erinnerungen. In den EM-Qualifikationsspielen im Oktober 2010 (1:4) und am 7. Oktober 2011 (2:0) hat er jeweils ein Tor gegen die Schweiz erzielt. In der Champions-League Qualifikation gegen YB (2:3 und 4:0) hat er zwar nicht selber getroffen, hat aber mit fünf Vorlagen einen beträchtlichen Beitrag zum Weiterkommen der Spurs beigetragen.

Tottenham nur auf Bale zu reduzieren ist nicht nur falsch, sondern wäre bei Namen wie zum Beispiel Adebayor, Defoe, Gylfi Sigurdsson, Aaron Lennon, Moussa Dembélé und Jan Vertonghen auch fahrlässig. Aber der FCB hat schon gegen Zenit gezeigt, dass er nicht die Absicht hat, dem Star höflich Spalier stehen. Mit einer klugen Taktik und schlauen Tipps hat es Murat Yakin geschafft, dass seine Rotblauen Zenits Superstar Hulk fast gänzlich aus dem Spiel genommen haben. Gut möglich, dass der listige Münchensteiner auch gegen Bale ein Rezept hat.

Planmässige Reise

Der FCB-Tross reiste am Mittwochmorgen nach London - oder wie es Fabian Frei nennt, ins «Fussball-Mekka». Der Flug HK 1983 Hamburg Airways landete für einmal pünktlich um 10.30 Uhr in der britischen Metropole. Mit an Bord: Viel Zuversicht und Selbstvertrauen. «Die Chancen sind für alle gleich. Wir können nur gewinnen», sagt Murat Yakin. «Die Vorfreude ist riesig. Es wird spannend und schön sein, wenn die Mannschaft im Stadion an der White Hart Lane einlaufen wird. Ich rechne mir auch Chancen aus, denn wir reisen mit viel Selbstvertrauen nach England. Dazu braucht es aber zwei gute Spiele von uns.»

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