«Der FCB wird zwischen 14-18 Millionen mit Arthur Cabral einnehmen»

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Ex-Bundesliga-Stars verlieren an Wert«Budgets sitzen nicht locker» – Tormonster Cabral könnte beim FCB bleiben

Cabral sorgt in der Super League für Furore. Der Basler ist der wertvollste Profi der Liga. Wechselt er nun im Winter? Zwei ehemalige Bundesliga-Spieler verlieren derweil deutlich an Wert.

von
Anamaria Peyer
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Top: Arthur Cabral ist der Mann für die Tore! Nun ist sein Marktwert auf 16 Millionen Franken gestiegen.

Top: Arthur Cabral ist der Mann für die Tore! Nun ist sein Marktwert auf 16 Millionen Franken gestiegen.

Marc Schumacher/freshfocus
Top: Jean-Pierre Nsame ist trotz seiner Verletzung immer noch sieben Millionen Schweizer Franken wert. Der 28-Jährige zog sich im Mai einen Riss der rechten Achillessehne zu.

Top: Jean-Pierre Nsame ist trotz seiner Verletzung immer noch sieben Millionen Schweizer Franken wert. Der 28-Jährige zog sich im Mai einen Riss der rechten Achillessehne zu.

Urs Lindt/freshfocus
Top: Becir Omeragic spielte bisher jede Minute für den FC Zürich. Sein Marktwert ist dabei auf sieben Millionen angestiegen.

Top: Becir Omeragic spielte bisher jede Minute für den FC Zürich. Sein Marktwert ist dabei auf sieben Millionen angestiegen.

Martin Meienberger/freshfocus

Darum gehts

  • Cabral führt die Marktwert-Liste in der Super League an.

  • Der Nationalmannschaft-Einsatz wird Cabral aber keinen weiteren Marktwert-Anstieg bescheren.

  • Ein Ex-Bundesliga-Duo muss mit einem herben Marktwert-Verlust leben.

Der Basel-Stürmer Arthur Cabral ist momentan der Mann der Stunde in der Super League. In der bisherigen Meisterschaft hat der Brasilianer bereits elf Tore geschossen und ist somit einer der wichtigsten Bestandteile des Tabellenführers aus Basel. Nicht verwunderlich führt er momentan die Torschützenliste in der Super League an. Hinzu kommen noch acht Tore in der Quali zur Conference League und eines in der Conference League selbst. Heisst: Der 23-Jährige ist derzeit europaweit der treffsicherste Angreifer! Vor Lionel Messi, Harry Kane oder Robert Lewandowski. Cabral ist ein wahres Tormonster!

Klar also, hat der Brasilianer mit den letzten Monaten seinen Marktwert von 8,5 Millionen auf 16 Millionen Schweizer Franken aufgewertet. David Isler, der bei transfermarkt.ch für die Super League zuständig ist, ist von den Qualitäten von Cabral angetan. Gegenüber 20 Minuten erklärt er: «Der FC Basel weiss, was er an Cabral hat. Für ein Butterbrot wird man ihn definitiv nicht ziehen lassen.»

Budgets der Vereine sind geringer

«Wenn Cabral auch in Zukunft so weiter spielen wird, werden vor allem die Teams aus England auf den Brasilianer aufmerksam», so Isler. Und weiter: «Eine Problematik besteht aber, dass ausser in der Premier League und einzelnen anderen Vereinen die Budgets aufgrund der Corona-Krise nicht ganz so locker sitzen wie in der Vergangenheit. Der Markt ist aktuell weiterhin nur schwierig einzuschätzen.»

Dass Cabral in der kommenden Transferphase nach England wechseln wird, ist jedoch praktisch unmöglich. Denn seit dem Brexit haben sich die Transferregeln für die Ausland-Spieler deutlich verschärft. Ein Punktesystem ist eingeführt worden. In diesem wurden die Länder in sechs Gruppen eingeteilt, dabei ist die Schweiz nur im Topf Vier anzutreffen. Ausserdem müsste Cabral mehr als 30 Prozent aller Brasilien-Spiele in den letzten zwei Jahren gespielt haben. Da er das nicht tat, erfüllt der FCB-Star die Regeln für die Arbeitsbewilligung derzeit nicht.

Der Mann für die Tore beim FC Basel könnte dem FCB jedoch auch bei einem Wechsel in eine andere Liga einige Millionen einbringen. Isler meint: «Grundsätzlich denke ich, dass ihn der FC Basel zum heutigen Stand für 14 bis 18 Millionen Franken verkaufen könnte.» Das Ding: Die Basler besitzen offenbar nur 50 Prozent der Transferrechte an Cabral, was bedeutet, dass der Club nicht alle Einnahmen behalten kann.

Bald kickt der FCB-Star mit Neymar

Man darf also gespannt sein. Erstmals stehen die Spiele der brasilianischen Nationalmannschaft an. Für diese ist Cabral nachträglich in den Kader berufen worden. Zusammen mit Neymar, Gabriel Jesus oder Thiago Silva. Dies schockierte sogar den Basel-Stürmer:«Ich war zu Hause und gegen 21 Uhr rief eine unbekannte Nummer an. Normalerweise gehe ich nicht ran, aber heute schon», wurde der 23-Jährige auf der Website des brasilianischen Verbands zitiert.

Den Transferpreis wird das aber nicht nochmals erhöhen. Der Experte von transfermarkt.ch erklärt: «Wir haben kurz vor der Veröffentlichung des Marktwerts bereits auf die Nominierung reagiert und Cabral um etwas mehr erhöht, als eigentlich zuerst gedacht.»

Ex-Bundesliga-Stars verlieren massiv an Wert

Und sonst? Wie sehen die Marktwerte sonst in der Super League aus? Auf dem ersten Platz thront Cabral – wie erwähnt, gleich dahinter folgen Becir Omeragic und Jean-Pierre Nsame. Der FCZ-Innenverteidiger Omeragic spielte in dieser Saison jedes Spiel für den FC Zürich und wurde in diesem Sommer mit dem VfL Wolfsburg und Union Berlin in Verbindung gebracht. Sein Marktwert liegt neu bei 7,5 Millionen Franken. Somit schliesst er zu dem YB-Stürmer Nsame auf. Ausserdem konnte auch Meschack Elia mit seinen Leistungen beim Schweizer Meister überzeugen. Sein Marktwert ist von einer Million auf fünf Millionen gestiegen.

So wird der Marktwert berechnet

Jeder Spieler hat einen eigenen Marktwert auf transfermarkt.ch. Doch wie wird dieser berechnet? «Die Transfermarkt-Marktwerte entstehen unter Berücksichtigung verschiedener Preisfindungsmodelle sowie einem starken Einbezug der Transfermarkt-Community, die sich in detaillierten Diskussionen mit den Werten auseinandersetzt», so Isler. Und: «Die Transfermarkt-Marktwerte sind nicht pauschal mit den tatsächlich gezahlten Ablösesummen gleichzusetzen.» (ape)

Der ehemalige Bayern-Star Holger Badstuber und der Ex-Union-Spieler Christian Gentner haben, seit sie beim FC Luzern spielen, viel von ihrem Marktwert verloren. So beträgt der neue Marktwert von Gentner rund 268’000 Schweizer Franken. Dass sind 42 Prozent weniger als noch im Sommer. Isler erklärt sich diese Entwicklung folgendermassen: «Der Markt für ältere Spieler ist ein etwas anderer als für jüngere Spieler. Ein potenzieller Weiterverkauf gegen eine Ablöse ist bei solchen Spielern oft auszuschliessen.»

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