GC-Pleite in Luzern: Der FCL war zu schnell für GC

Aktualisiert

GC-Pleite in LuzernDer FCL war zu schnell für GC

GC verliert erstmals seit drei Jahren auswärts in Luzern. Matchwinner für die Innerschweizer war Marco Schneuwly mit einem Doppelpack.

von
E. Tedesco
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Sonntag, 19. April 2015
Sonntag, 19. April 2015

Mit einem schönen Schlenzer trifft Senger für Aarau zum 1:0 gegen Vaduz. Leider verletzt er sich bei dieser Aktion und muss verletzt raus.

Michael Zanghellini/freshfocus
Muntwiler versuchts akrobatisch.

Muntwiler versuchts akrobatisch.

Michael Zanghellini/freshfocus
Raimondo Ponte (z.v.l.) kann sich nach Abpfiff über einen 2:0-Erfolg im Ländle freuen.

Raimondo Ponte (z.v.l.) kann sich nach Abpfiff über einen 2:0-Erfolg im Ländle freuen.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Zum Glück für die zukünftige Braut – Linda, ein FCL-Fan – kam der Heiratsantrag vor dem Spiel. Nach dem 2:0 für den FCL hätte sich Christoph, GC-Fan notabene, die Sache vielleicht noch einmal überlegt und den Ring in der Tasche stecken lassen, anstatt im Stadion um ihre Hand anzuhalten. Nach 90 Minuten war der Mann vielleicht der einzige GC-Fan, der trotz Niederlage überglücklich die Swissporarena verliess. Der Rest hatte wohl nichts zu feiern.

Nach sechs Partien ohne Niederlage in Serie ging GC sang- und klanglos unter. Der FCL dominierte die Mannschaft von Trainer Pierluigi Tami nach Belieben und geriet schon nach 28 Minuten in Rückstand. Es war eine Koproduktion von Remo Freuler und Marco Schneuwly. Freuler spielte einen perfekten Pass in die Tiefe, den Schneuwly souverän zur FCL-Führung verwertete. Und auch beim 2:0 nach etwas über einer Stunde war es das gleiche Innerschweizer Duo, das im Mittelpunkt stand. Ein Zuspiel von Dario Lezcano fand Freuler am rechten Flügel. Der flankt in die Mitte und Schneuwly trifft. So einfach kann es sein, wenn es läuft. Es waren die Saisontreffer 11 und 12 des FCL-Stürmers und GC musste froh sein, zu dem Zeitpunkt nicht noch höher in Rückstand gelegen zu haben.

Nicht-Leistung der Zürcher

Für die Nicht-Leistung seiner Mannschaft fand Trainer Tami dann auch klare Worte. «Es gibt keine Ausreden: Luzern war zu schnell, technisch besser, taktisch besser. Das Resultat spricht für sich.» Und das gab es in dieser Form lange nicht. Letztmals verlor GC am 25. März 2012 in Luzern. Das ist über drei Jahre her. Damals spielte der FCL noch unter Murat Yakin und GC wurde von Ciri Sforza gecoacht. Den einzigen Treffer erzielte Xavier Hochstrasser nach einem Freistoss.

Eine Erklärung für den blutleeren Auftritt hatte Tami nach dem 0:2 nicht. Der GC-Trainer: «Ich hatte bei allen Spielen bisher, selbst bei Niederlagen, immer auch einen positiven Eindruck bekommen, aber in Luzern? Wir haben gut trainiert, hart gearbeitet und waren positiv aggressiv bei der Sache. Die Mannschaft war bereit zu kämpfen und solidarisch, aber am Sonntag war mir nach zehn Minuten klar, dass da nichts zu holen ist. Wir haben alle Duelle verloren. Luzern war gedanklich schneller – mit und ohne Ball. Ich kann nicht erklären, was passiert ist. Ich kann nur sagen: Wir waren nicht bereit.»

Sprachloses GC

Für einen Trainer sei es schwierig, während dem Spiel noch entscheidend eingreifen zu können, sagt Tami. «So eine Situation zu drehen ist schwierig.» Verletzungen haben Tami zusätzlich nicht in die Karten gespielt. Alle drei GC-Wechsel waren durch Blessuren erzwungen und standen so nicht auf dem Matchplan des Tessiners.

Munas Dabbur (13.), Benjamin Lüthi (55.) und Amir Abrashi (61.) mussten im Spiel verletzungsbedingt ersetzt werden. Gegen so eine Theorie legte Tami aber sofort sein Veto ein. «Keine Ausreden», wiederholte der 53-Jährige noch einmal. «Da waren keine individuellen Fehler oder so. Es war schlichtweg eine ungenügende Leistung von uns.» Sprachs und verschwand nach der Medienkonferenz ungewöhnlich rasch im Teambus. Schneller und sprachloser waren nur noch seine Spieler.

Und zum Glück für Linda hatte Christoph seinen Heiratsantrag noch vor dem Spiel gemacht – sonst hätte es ihm vielleicht auch noch die Rede verschlagen...

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