Mail aus Rio: Der Fluch mit der Stadt am Zuckerhut
Aktualisiert

Mail aus RioDer Fluch mit der Stadt am Zuckerhut

In regelmässigen Abständen erreicht uns elektronische Post von unseren Reportern aus Rio. Marcel Allemann über seine neue Liebe.

Olympia-Reporter Marcel Allemann gefällt Rio de Janeiro immer besser.

Olympia-Reporter Marcel Allemann gefällt Rio de Janeiro immer besser.

Keystone/AP/David J. Phillip

Seit über zwei Wochen ist Rio meine vorübergehende Heimat. Ich erschrecke fast, wenn ich daran denke, dass Halbzeit für mich schon vorüber ist. Die Zeit vergeht wegen der vollbeladenen Tage und den vielen neuen Eindrücken wie im Flug. Dass dem so ist, hängt primär auch damit zusammen, dass ich mich in Rio so wohl fühle. Diese einzigartige, pulsierende, vitale Stadt mit ihren vielen herrlichen Stränden und Seen. Diese ansteckende Freundlichkeit, Herzlichkeit und Fröhlichkeit der Brasilianer. Dieses organisierte und daher irgendwie sympathische Chaos.

Die Gefahr, dass man sich in diese Stadt verliebt und nicht mehr von ihr loskommt, sei gross, hat mich ein ansässiger Kollege gewarnt. Damals hatte ich ihn innerlich ausgelacht. Ich verliebe mich doch nicht in Städte. So ein Quatsch aber auch. Mittlerweile weiss ich, was er gemeint hat.

Doch ich bin nun mal wegen der Olympischen Spiele und zum Arbeiten her. Da bleibt fast keine Zeit dafür, die Schönheiten dieser Stadt abseits der Olympia-Routen zu geniessen und unter die Oberfläche zu tauchen. Es ist daher wie ein Fluch mit Rio. Denn ich beginne mich tatsächlich allmählich in diese Stadt zu verlieben und möchte sie intensiver kennen lernen. Die einzige Möglichkeit, die mir daher bleibt: Als Tourist wiederkommen, um Rio ohne den ganzen Olympiatrubel in meine Arme schliessen zu können. Ich werde es tun. Garantiert. (20 Minuten)

Marcel Allemann ist Chefreporter Sport bei 20 Minuten und berichtet von den Olympischen Spielen aus Rio.

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