Aktualisiert 09.10.2012 06:21

Alonso oder Vettel?Der Formel-1-Herbst wird brandheiss

Während Fernando Alonso unter einer hartnäckigen «Herbst-Depression» leidet, blüht Sebastian Vettel erst so richtig auf. Im Titelzweikampf liegen die Vorteile nun beim Deutschen.

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Der Kampf um den WM-Titel hat sich in nach den ersten beiden Asien-Rennen in Singapur und Japan zu einem Zweikampf entwickelt: Fünf Rennen vor Schluss beträgt der Vorsprung von Fernando Alonso auf Sebastian Vettel noch mickrige vier Punkte: 194:190.

Grund dafür ist in erster Linie Alonsos «Mini-Depression» im Herbst, genauer gesagt seit dem Rennen in Spa. Mit einem Polster von 42 Punkten reiste der spanische WM-Leader nach Belgien. Dort sorgte die durch Romain Grosjean verursachte Startkollision für den ersten Ausfall der Saison. Vettel dagegen punktete als Zweiter. Nach Spa folgten zwar in Monza und Singapur zwei dritte Plätze, zuletzt war in Suzuka aber erneut in der ersten Runde Schluss.

Pech für Alonso, Glück für Vettel

Für den 31-jährigen Spanier ein herber Rückschlag, besticht doch sein Ferrari in dieser Saison durch enorme Zuverlässigkeit: Kein Bolide der Scuderia musste in den bisherigen 15 Rennen aufgrund eines Defekts am Streckenrand oder in der Box abgestellt werden. Zudem ist Alonso der einzige Pilot, der in dieser Saison stets Zählbares eingefahren hat, wenn er die Ziellinie überquerte. Wenn sein Ferrari die Startkurve unversehrt hinter sich brachte, punktete er.

Alles andere als eine Pechsträhne hat derzeit Vettel. Der Deutsche fuhr zwar in Malaysia und Monza schon zweimal einen Nuller ein, zuletzt holte der zweifache Weltmeister (2010, 2011) aber in Singapur und Suzuka das Punktemaximum. Seit Spa holte er - trotz des Nullers in Monza - 68 Punkte. Das sind 38 mehr als Alonso. Vettel ist dank dem immer stärker werdenden Red Bull der Titelhattrick durchaus zuzutrauen. Zudem stehen mit Südkorea und Indien nun zwei Rennen an, die Vettel letzte Saison gewinnen konnte.

Räikkönnen kann die WM ohne einen Saisonsieg gewinnen

Ebenfalls noch im Rennen um den Titel sind Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton. Aufgrund der grosszügigen Punktevergabe könnte es sogar für Mark Webber und Jenson Button noch reichen. Dazu müssten die beiden aber in den fünf verbleibenden Rennen mindestens je drei Siege einfahren und darauf hoffen, dass die vor ihnen liegende Konkurrenz nicht oder kaum punktet. Wirklich realistisch ist dies nicht.

Räikkönen aber liegt «nur» 37 Punkte hinter Leader Alonso, bei Hamilton sind es 42. Beim Finnen im Lotus-Cockpit wäre ein WM-Titel insofern eine Überraschung, weil er in dieser Saison noch kein Rennen gewinnen konnte. Drei zweite Plätze in Bahrain, Valencia und Budapest sind seine besten Ergebnisse.

WM-Stand, Fahrer (15/20):

1. Alonso 194.

2. Vettel 190.

3. Räikkönen 157.

4. Hamilton 152.

5. Webber 134.

6. Button 131.

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