Aktualisiert 14.03.2013 14:05

CL-SchmachDer Fussball kommt ohne Engländer heim

Die Champions League findet ab den Viertelfinals ohne englische Teams statt. Das gab es letztmals vor 17 Jahren. Auf die Engländer kommen schwere Zeiten zu.

von
Herbie Egli

Arsenal war der letzte Trumpf der Engländer, dass weiterhin ein Team aus dem Erfinderland des modernen Fussballs in der Königsklasse vertreten ist. Er hat aber nicht gestochen. Trotz dem 2:0-Sieg gegen Bayern ist Arséne Wengers Team ausgeschieden. Die 1:3-Hypothek aus dem Hinspiel wog zu schwer.

Nun ist unter den acht Viertelfinalisten kein einziges englisches Team. Zum ersten Mal seit 17 Jahren. In der Saison 1995/96 hatten es die Blackburn Rovers verbockt. Sie scheiterten in der Zwischenrunde. Seither stand immer mindestens ein Verein von der Insel mindestens im Viertelfinale. In den 17 Jahren erreichten acht englische Klubs das Finale. Viermal konnte die begehrteste Klubtrophäe auch gewonnen werden. Manchester United triumphierte 2008 und 1999, Liverpool 2005 und letzte Saison jubelte Chelsea.

Die Premier League bröckelt

Zu erklären, warum kein englischer Vertreter mehr in der Königsklasse steht, ist nicht so einfach. Trotz dem Aufrüsten der Scheichs bei vielen Vereinen gehört die Premier League nach wie vor zu den Top-Ligen Europas. Sie ist attraktiv, die Qualität leidet aber unter dem dichtgedrängten Spielkalender. In England gibt es neben Meisterschaft und Europacup noch zwei nationale Cup-Wettbewerbe. Durch den Modus kommt es oft zu Wiederholungsspielen, die kräfteraubend sind. Die fehlende Winterpause trägt ihren Teil dazu bei.

Arsenal-Coach Arsène Wenger hebt nach dem Scheitern deshalb den Warnfinger. «Es ist ein riesige Enttäuschung für den englischen Fussball, weil wir viele Jahre nicht daran gewohnt waren.» Unabhängig davon, dass sein Team zum dritten Mal nacheinander früh gescheitert ist, müsse über die Bücher gegangen werden. «Es ist ein gewaltiger Weckruf und zeigt uns, dass der Rest von Europa aufgeschlossen hat. Das müssen wir in Betracht ziehen, wenn wir über die Zukunft der Premier League sprechen.»

Der Fussball kommt ohne Engländer heim

Dass Arsenal ausgerechnet in München – wo Chelsea letztes Jahr die Champions League gewann – unterging, ist Zufall. Mit den angesprochenen Problemen der Premier-League-Klubs ist es aber kein Zufall, dass das diesjährige Finale im Londoner Wembley-Stadion ohne einen Vertreter aus dem eigenen Land stattfindet. Der Fussball kommt also getreu dem Motto des Songs «Football's coming home» der englischen Nationalmannschaft nach Hause – einfach ohne ein Team aus dem Erfinderland des modernen Fussballs.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.