Ryan Reynolds: «Der Gedanke an ewiges Leben schockiert mich»

Aktualisiert

Ryan Reynolds«Der Gedanke an ewiges Leben schockiert mich»

Im Film «Self/Less» kauft sich ein todkranker Mann ein neues Leben. Im Interview verrät Hauptdarsteller Ryan Reynolds, was ihn daran stört.

von
Stevie Wong

Ryan Reynolds, im Film transferiert ein alter Mann sein Bewusstsein in den Körper eines jungen Mannes. Haben Sie sich darüber erkundigt, ob das überhaupt möglich wäre?

Ja, man ist erschreckend nah dran, so etwas tatsächlich möglich zu machen. Der Gedanke an ewiges Leben schockiert mich.

Aber wollten Sie nicht auch schon mal für immer leben?

Jeder hat sich schon einmal gefragt, was wäre, wenn man ewig leben könnte. Man sollte sich aber keine Zeit kaufen, sondern das Beste aus ihr machen. In meinem Alter ist das natürlich einfach gesagt (lacht). Aber wenn man mit 80 oder 90 zurückblickt und Dinge bereut, wünscht man sich bestimmt mehr Zeit. Man will noch alles ins Reine bringen. Das macht den Film so faszinierend.

Also reizte Sie mehr das Thema Reue?

Ich mag die Arroganz meiner Figur. Am Anfang des Films ist sie überzeugt, mit Geld alles kaufen und beeinflussen zu können. Es braucht Eier, so ein Typ zu sein (lacht).

Sie haben im Film eine kleine Tochter. Können Sie gut mit Kindern umgehen?

Es war toll, eine Filmtochter zu haben. Inzwischen bin ich aber selbst Vater geworden. Ich wollte schon immer Kinder, da ich mich gut mit ihnen identifizieren kann. Der Umgang mit Kindern fällt mir leicht und bereitet mir viel Freude.

Und welche Eigenschaften faszinierte Sie an Ihrer Figur?

Ich mag Figuren, die emotional mit ausgefallenen Situationen konfrontiert werden. Deshalb wollte ich auch in «The Voices» oder «Buried» mitspielen. Eben Filme, die auf unkonventionelles Storytelling setzen. Ich liebe Hitchcock und mag die Tatsache, dass auch wir nicht immer ein Happy End in unseren Filmen hatten. Ich mag das Unerwartete und Filme, die das scheinbar Unmögliche möglich machen. Bei «Lifeboat» von Hitchcock hat man sich beispielsweise immer gefragt, wie man einen Film spannend inszenieren will, der durchgehend auf einem Boot spielt. Dasselbe galt für «Buried». Dort gab es als Schauplatz lediglich eine Box und das war es. Ich mag solche taffen Herausforderungen.

Regisseur Tarsem Singh ist eher für bildgewaltige Filme wie «The Fall» als für Action-Thriller wie «Self/Less» bekannt.

Jede Person in der Filmlandschaft sollte die Möglichkeit haben, ihr Können auszudehnen, zu wachsen und neue Dinge auszuprobieren. Mir gefällt es, dass sich Tarsem Singh so schnell in der Actionwelt und mit den Thriller-Elementen zurechtfand. Man findet auch prima Zugang zu ihm. Er ist ein toller Geschichtenerzähler sowie Regisseur und kennt sich mit all den Dingen aus, auf die es eben ankommt.

War es nicht schade, dass Ben Kingsley und Sie sich am Set kaum gesehen haben?

Das war es. Wir hatten ja nur eine gemeinsame Szene. Und in der Szene sprechen wir ja noch nicht einmal wirklich miteinander. Aber es war natürlich schön, am Set Zeit mit ihm verbringen zu dürfen. Ben Kingsley ist eine Legende. Er ist einer der begabtesten Schauspieler, die ich jemals getroffen habe. Ich habe daher nicht nur die Zusammenarbeit mit ihm genossen, sondern auch das gemeinsame Abhängen. Selbst wenn es nur zum Mittagessen war.

«Self/Less» startet am 13. August in den Deutschschweizer Kinos.

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