Tödliche Sicherheit: Der gefährlichste Zebrastreifen Europas
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Tödliche SicherheitDer gefährlichste Zebrastreifen Europas

Verkehrsclubs testeten 270 Fussgängerstreifen in ganz Europa. Das Schlusslicht kommt aus Lugano.

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Gefährlicher Fussgängerübergang: 2008 erhielt in Zürich der Zebrastreifen an der Kreuzung Urania/Sihlstrasse die schlechtesten Noten.

Gefährlicher Fussgängerübergang: 2008 erhielt in Zürich der Zebrastreifen an der Kreuzung Urania/Sihlstrasse die schlechtesten Noten.

In Europa ereignet sich jeder vierte tödliche Unfall auf einem Fussgängerstreifen. Nicht zuletzt aufgrund dieser erschreckenden Zahl hat der TCS zusammen mit 16 Partnerclubs 270 Fussgängerstreifen in 18 europäischen Städten auf ihre Sicherheit getestet. «Am schlechtesten schnitt ein Zebrastreifen in Lugano ab», sagt TCS-Sprecher Stephan Müller. Der Übergang zwischen der Via San Gottardo und Via Genzana erhielt als einziger die Note «sehr mangelhaft». Besonders schlecht sei die Sichtbarkeit Tag und nachts, wo rechts abbiegende Fahrzeuge Fussgänger kaum erkennen können.

Laut der Studie schnitt jeder fünfte der 270 getesteten Zebrastreifen schlecht ab. Diese sorgen oftmals für Verwirrung: «Es ist erstaunlich, dass die Tester noch mehr unterschiedlich gestaltete Zebrastreifen angetroffen haben als 2009», fügt Müller an.

Trotz Mehrverkehr weniger Tote

In der Schweiz sind 2009 laut Bundesamt für Statistik (BFS) 21 Menschen getötet und 960 Menschen auf einem Fussgängerstreifen verletzt worden. Vor 30 Jahren sah diese Bilanz noch ganz anders aus: 69 Menschen verloren 1980 ihr Leben auf einem Fussgängerstreifen, 1500 wurden verletzt. «Dieser massive Rückgang ist insbesondere auf die Temporeduktionen von 60 auf 50 oder gar 30 Km/h zurückzuführen», sagt Bfu-Sprecher Rolf Moning zu 20 Minuten Online. Auch die Konstruktionsweise der Autos habe sich verbessert. «Denn je höher, steiler und fester die Fahrzeugfront ist, desto schwerer wird die angefahrene Person verletzt», so Moning.

Diese positive Entwicklung bei den Fussgängern entspreche auch der Gesamttendenz im Strassenverkehr, wo 1980 1246 Menschen starben, während letztes Jahr gerade noch 350 Leute tödlich verunfallten. TCS-Sprecher Müller warnt vor allzu grosser Euphorie: «In einigen Ländern hat die Anzahl der Verunfallten auf Zebrastreifen gar wieder zugenommen.»

Auch Zürich mangelhaft

Damit es in der Schweiz nicht so weit komme, werde der TCS in den nächsten drei Jahren in der Schweiz Fussgängerstreifen-Vergleichstest in 30 Städten durchführen. 2008 machte der TCS einen Fussgängerstreifen-Test in Zürich. Auch die Limmatstadt erhielt insgesamt die Note mangelhaft. Am schlechtesten schnitt damals der Zebrastreifen an der Kreuzung Uraniastrasse/Sihlstrasse ab (siehe Bild oben.)

Welches ist für Sie der gefährlichste Fussgängerstreifen der Schweiz? Schicken Sie uns ein Foto mit Beschreibung und Ortsangabe an: feedback@20minuten.ch

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