Andy Schmid: Der Genuss, auf Topniveau zu spielen
Aktualisiert

Andy SchmidDer Genuss, auf Topniveau zu spielen

Ein Schweizer Handballer mischt die deutsche Bundesliga auf: Andy Schmid gehört beim Spitzenklub Rhein-Neckar Löwen zu den Stars.

von
Marcel Allemann

Die Region um die Stadt Mannheim ist die Heimat von Andy Schmid geworden. Seit 2010 Jahren spielt der Luzerner beim Bundesliga-Spitzenteam Rhein-Neckar Löwen, unlängst wurde sein 2014 auslaufender Vertrag vorzeitig bis 2016 verlängert. «Hier passt alles für mich und ich habe mir eine gute Position erkämpft», sagt Schmid. Er habe zwar auch eine Rückkehr in die Schweiz in Betracht gezogen, kam dann aber zum Schluss, dass es noch zu früh sei: «Ich geniesse es enorm, auf diesem hohen Level spielen zu können.»

Leistung zeigen, statt Mund aufreissen

Mit den Revier Löwen liegt Schmid derzeit auf Rang 2 in der Bundesliga-Tabelle und spielt in der Champions League. Das Wort Meisterschaft möchte der 30-Jährige jedoch nicht in den Mund nehmen: «Ich bevorzuge es, gut Handball zu spielen, anstatt eine grosse Klappe zu haben. Sicher haben wir die Mannschaft, um vorne mitzuspielen, aber es ist auch wichtig, dass wir mit der nötigen Demut an die Sache gehen.»

Schmid ist zwar Profisportler, doch er betreibt nebenbei mit den zwei Handball-Kollegen Uwe Gensheimer (ebenfalls bei den Rhein-Neckar Löwen) und Marko Vukelic (RTV Basel) auch noch das Fashionlabel «U AND WOO». Übers Internet verkaufen sie seit einem Monat trendige, farbige Socken. «Es ist gut angelaufen», freut sich der Rückraumspieler, «und für mich ist es eine willkommene Abwechslung – ich kann sehen, wie das Geschäftsleben funktioniert.»

Tritt Schmid in der Nati kürzer?

Weniger gut funktioniert derzeit die Nati. Ein Tiefpunkt jagte zuletzt den nächsten. «Es ist schon deprimierend, wenn man stets an Ort und Stelle tritt», sagt Schmid. Er spiele zwar weiter gerne für die Schweiz, werde aber sicher mit dem neuen Trainer Rolf Brack das Gespräch suchen, «denn die Belastung ist in dieser Saison mit Champions League und Bundesliga extrem hoch. Da muss ich mir gut überlegen, was jeweils Sinn macht.»

Schmid hofft, dass es durch den Trainerwechsel von Goran Perkovac zu Brack bei der Nati «einen Schub» gibt. Die Problematik bleibe aber die Selbe: «Es gibt in der Schweiz zu wenig Spieler, die zu 100 Prozent auf diesen Sport setzen und das spiegelt sich leider in den Resultaten wieder. Genau aus diesem Grund ist zum Beispiel Österreich, das wir vor fünf bis sechs Jahren noch geschlagen haben, inzwischen an uns vorbei gezogen.»

Grosse Hoffnungen setzt man im Schweizer Handball auf die Leistungsträger der U21-Nati, die in diesem Sommer an der WM mit Rang 7 verblüfft hat. Darüber hat sich auch Andy Schmid sehr gefreut. Er weiss jedoch aus eigener Erfahrung, dass es vom Junioren- zum Erwachsenen-Handball noch ein grosser Schritt ist: «Wichtig ist daher, dass diese Spieler nun den nächsten Schritt machen. Für ihre Karriere ist entscheidend, was in den nächsten zwei bis drei Jahren geschieht.»

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