09.11.2020 05:04

Hanffelder in Niederhasli sorgen für Unmut«Der Gestank löst einen Würgereiz aus»

Die Hanffelder eines Bauern in Niederhasli kommen nicht bei allen gut an. Die Anwohner fordern, dass der Landwirt nächstes Jahr eine andere Lösung findet.

von
Lynn Sachs
Monira Djurdjevic

Darum gehts

  • Hanffelder in Niederhasli sorgen für Diskussionen in der Zürcher Gemeinde.

  • Der betroffene Landwirt nimmt Stellung dazu.

Die Hanffelder eines Landwirts sind seit Wochen das Gesprächsthema in der Zürcher Gemeinde Niederhasli. Auf Facebook äussern die Anwohner ihren Unmut. Eine Userin schreibt: «Es stinkt grauenhaft. Bin in der Nacht schon erwacht von dem Gestank und musste die Fenster schliessen.» Und eine andere meint: «Ich finde das gar nicht mehr lustig. Mir hängt der penetrante Geruch seit Wochen zum Hals heraus.» Eine Nutzerin ist der gleichen Meinung: «Ja, diesen penetranten Geruch finde ich auch nicht gut. Manchmal habe ich sogar Kopfschmerzen.»

Gar nicht begeistert ist auch Katja Hasani. «Ich hasse den Geruch. Der Gestank löst einen Würgereiz aus. Man kann nicht mehr anständig lüften.» Sie persönlich kenne niemanden, «der sich nicht an dem Geruch stört». Besonders schlimm für die 34-Jährige, die bereits an Heuschnupfen leidet: «Der unschöne Geruch ist das eine, leider hat sich aber bei mir nun auch eine Allergie auf Cannabis bestätigt.» Seit nun zwei Monaten sei sie mit Kortisonsalben und Nasenspray beschäftigt. «Da kann der Bauer aber natürlich nichts dafür.»

Sie habe auch Verständnis dafür, dass der Landwirt seiner Arbeit nachgehe und neue Geschäftsideen ausprobiere. «Mein Mann und ich sind selbst Unternehmer, und wir wissen, wie es ist, wenn man einen Betrieb leitet und wirtschaftlich denken muss.» Trotzdem meint die Niederhaslerin: «Ich hoffe, der Bauer verzichtet nächstes Jahr auf diesen Anbau. Oder er entfernt sich zumindest etwas von der Wohnzone. Dies auch rein meiner Gesundheit zuliebe.»

Das sagt die Gemeinde Niederhasli

«Das Thema ist uns bekannt. Verschiedene Einwohnerinnen und Einwohner gelangten schon mit Reklamationen und Anfragen an die Gemeindeverwaltung», erklärt Gemeindeschreiber Patric Kubli. «Wir haben zwar Verständnis für das Anliegen der Einwohner. Es ist der Gemeinde jedoch nicht möglich, auf den Anbau und die Bepflanzung Einfluss zu nehmen. Das liegt ganz im Ermessen der Landwirte», so Kubli.

Der Grund: «Der Anbau von Hanf ist nicht bewilligungspflichtig und dem Privatrecht unterstelltAuch finde der Anbau ausserhalb der Siedlungsgebiete statt. Zur Beruhigung sagt Kubli: «Die Ernte wurde gemäss den Landwirten Ende Oktober abgeschlossen.»

«Chillts mal, Leute»

Andere sehen es anders: «Also mich stört das jetzt nicht wirklich», schreibt eine Frau auf Facebook. Und ein anderer User meint: «Chillts mal, Leute. Mein Gott, wegen ein bisschen Geruch während ein paar Monaten.» Auch vor Ort zeigen sich einige Anwohner versöhnlich: «Die Bauern müssen auch mal etwas Neues ausprobieren, und das ist auch gut so», sagt Sepp Vogel.

Und Hrvoje M. findet: «Es riecht schon manchmal sehr penetrant. Ich persönlich störe mich nicht daran.» Der 33-Jährige weiss aber, dass die Meinungen dazu unterschiedlich ausfallen.

Der dafür verantwortliche Landwirt Peter Fröhlich sagt dazu: «Wir sind uns bewusst, dass es gewisse Leute nicht gern haben. Das kann ich nicht ändern.» Er verspricht aber, dass es im nächsten Jahr eine andere Lösung geben wird. Im Video erzählt Fröhlich, was seine Pläne sind und wie seine Arbeit aussieht.

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