701 Millionen: Der Gewinn der Migros schrumpft
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701 MillionenDer Gewinn der Migros schrumpft

Der Gewinn der Migros-Gruppe ist 2008 um 100 Mio. Fr. auf 701 Mio. Fr. zurückgegangen. Dennoch handelt es sich um den drittgrössten Gewinn in der Geschichte des orangen Riesen.

Der Gewinn steht im Gegensatz zur Umsatzentwicklung der Migros-Gruppe. Wie bereits im Januar bekanntgegeben, hat die Migros 2008 einen Umsatz von knapp 25,8 Mrd. Franken erzielt, 13,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Grund für den Gewinnrückgang ist das deutlich tiefer ausgefallene Finanzergebnis, wie Migros-Chef Herbert Bolliger am Dienstag an einer Medienkonferenz in Zürich ausführte. Auf rein operativer Ebene hat sich die Migros denn auch verbessert: Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg um 6,7 Prozent auf 1,1 Mrd. Franken.

Wachstumstreiber der Migros im vergangenen Jahr waren vorab der Detailhandel der regionalen Migros-Genossenschaften sowie der Handel. So stiegen die Umsätze der Genossenschaften durchschnittlich um 5 Prozent.

Dank Denner und sehr hohen Wachstumsraten beim Internetladen Le Shop und bei Migrol wuchs der Umsatz im Handelsbereich um 5,9 Prozent. Als eindrücklich bezeichnete Bolliger auch das Wachstum der Industriebetriebe der Migros.

Migros-Chef Bolliger spricht von geglücktem Start im 2009

Die Wirtschaftskrise scheint sich nicht stark auf die Umsätze an den Migros-Kassen auszuwirken. Migros-Chef Herbert Bolliger sprach am Dienstag von einem 2 Prozent höheren Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres.

Im Januar habe das Umsatzwachstum sogar 6 Prozent betragen, im Februar sei allerdings 4 Prozent weniger Geld als im Vorjahr in die Kassen des Grossverteilers geflossen. Zurückzuführen sei dies darauf, dass 2007 ein Schaltjahr war und daher einen Verkaufstag mehr hatte.

Auf das März-Geschäft gedrückt hätten die dieses Jahr spät liegenden Ostern, was zu tieferen Umsätzen bei Schokolade geführt habe. Zudem verzögere der lange Winter das Frühlings-Modegeschäft, so Bolliger.

Bei ihren Plänen fürs ganze Jahr 2009 geht die Migros gemäss Bolligers Aussagen von einem Wachstum von 2 Prozent aus. Die Sortimentsteuerung werde zurückgehen und sich gegen null bewegen. Die Non-Food-Artikel würden sogar günstiger werden.

Ein überdurchschnittliches Wachstum erwartet Bolliger erneut im Internetgeschäft (Le Shop) und bei den Tankstellenshops und den anderen Kleinverkaufstellen an stark frequentierten Lagen (Migrolino). Von rückläufigen Umsätzen geht Bolliger dagegen im Reisegeschäft (Hotelplan, M-Travel) und im Möbelgeschäft (Micasa, Interio) aus. (sda)

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