Fall Klatten: Der Gigolo operierte europaweit
Aktualisiert

Fall KlattenDer Gigolo operierte europaweit

Eine Schweizer Gräfin und zahlreiche deutsche Millionärinnen: Der Schweizer Gigolo Helg Sgarbi trieb seine Opfer in den exklusivsten Hotelbars Europas auf.

Als Sgarbi im Jahr 2001 die 83-jährige Gräfin Verena P. trifft, ist er knapp 36 Jahre alt. Die rüstige Dame ist reich – und einsam. In einer Hotelbar des «Hotel de Paris» im edlen Monte Carlo lernen sich die beiden kennen. Er wird ihr Liebhaber.

Bald erzählt Sgarbi seiner Comtesse, er brauche Geld, er habe das Kind einer italo-amerikanischen Mafiafamilie angefahren und werde nun bedroht. Verena P. zögert nicht lange und gibt dem jungen Mann 3,7 Millionen Franken.

Gleichzeitig erzählt sie die Affäre einer Freundin. Diese kennt Sgarbi: Unter dem Namen Helg Russak hat er bereits andere Frauen mit dieser Masche betrogen. Verena P. zeigt ihren Liebhaber an. Doch nachdem sie von diesem massiv bedroht wird, zieht sie die Anzeige zurück - und Sgarbi kommt davon.

Neben Klatten sind drei weitere Fälle bekannt

Weniger Glück hat er, als er seine Masche bei der BMW-Erbin Susanne Klatten und ihren drei Freundinnen Marie Luise Hiedl, Elfriede Roming und Monika Sandler - allesamt Millionärinnen - ausprobiert. Gemäss der italienischen Zeitung «La Repubblica» erzählen die vier Frauen der Polizei von Pescara ihre Erlebnisse mit Sgarbi: «Er war stets nett und aufmerksam. Er war eine gute Begleitung und konnte immer wieder mit etwas Neuem überraschen», berichtet eine der Damen. «Und so bin ich, wie auch meine Freundinnen, in seine Fänge geraten.» Von Klatten ergaunerte Sgarbi insgesamt 7,5 Millionen Euro, von ihren drei Freundinnen je 3 Millionen Euro.

Sgarbi und sein Komplize Ernano Barretta sollen sich bei ihrer Einvernahme durch die italienische Polizei im Februar 2007 gewehrt und den Frauen «vendetta» vorgeworfen haben.

(kle)

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