Aktualisiert 08.02.2018 10:07

Beat FeuzDer goldene Blick auf die olympische Abfahrt

Wenn die Favoritenrolle das kleinste Problem ist: Beat Feuz ist reif für eine Olympia-Medaille.

von
A. Stäuble, Jeongseon

(Video: 20 Minuten)

Für gewöhnlich sind Dinge gesucht, die für jemanden sprechen. Bei Beat Feuz ist es umgekehrt. Egal ob bei der Heim-WM in St. Moritz, in Wengen oder Garmisch: Wenn es zählte, war er zuletzt immer bereit. Dass ihm Thomas Dressen in Kitzbühel spät dazwischenfunkte, wurmte den 30-Jährigen, zeigte aber auch, dass kein Favorit vor einem Überraschungsmann gefeit ist. Auch nicht am Sonntag, wenn in Jeongseon, rund 50 Autokilometer von Pyeongchang entfernt, der Abfahrts-Olympiasieger ermittelt wird.

Mit dem Druck kann der Schweizer umgehen. Feuz deklariert seine Favoritenrolle gar als das kleinste Problem und spricht von Vorfreude, wenn er an die Erwartungshaltung in der Heimat denkt. Wer oder was stellt also die grösste Gefahr dar? Womöglich die nicht allzu anspruchsvolle Piste, auf der gemäss Feuz viele schnell sein können. Oder das Wetter. Denn egal, was die Konkurrenz, das Wetter oder die Pistenbauer vollbringen: «Das Hauptkriterium bin zweifelsohne ich», so Feuz.

Ein Lob mit einem Augenzwinkern

Apropos Piste: Im Schweizer Lager wird unisono von der Qualität geschwärmt. Feuz fügte seinem Lob mit einem Augenzwinkern an, dass dafür keine Hexerei vonnöten war: «Wenn seit einem Monat -15 Grad herrschen und es nur Kunstschnee gibt, so kann man damit machen, was man will.»

Stand jetzt spricht kaum etwas gegen Feuz, der seinem Palmarès eine Olympia-Medaille hinzuzufügen gedenkt. Daraus machte er am Mittwoch keinen Hehl. «Meine Erwartungen sind gross.» Die goldene setzt er sich nicht öffentlich zum Ziel, es wäre für ihn aber ein «riesiges Highlight», sollte es dazu kommen. Wenn nicht, bietet sich ihm im Super-G eine zweite Chance. Feuz' zweiter Tag X folgt am Donnerstag in einer Woche.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.