Doodle Jump: Der Goldesel im App Store
Aktualisiert

Doodle JumpDer Goldesel im App Store

Billig und extrem erfolgreich: Ein simples iPhone-Game hat seine Entwickler innert kürzester Zeit zu Multimillionären gemacht.

von
mbu
Doodle Jump: iPhone-Game mit Suchtpotential.

Doodle Jump: iPhone-Game mit Suchtpotential.

Die bestverkaufte Applikation im App Store heisst Doodle Jump. Das Spiel ist extrem simpel gehalten und stösst wohl gerade deswegen auf riesige Resonanz. «Dass wir die App über drei Millionen Mal verkauft haben, übertrifft unsere kühnsten Erwartungen», wird der Gründer der für die Entwicklung der App verantwortlichen Firma Lima Sky in US-Medien zitiert. Eigenen Angaben zufolge wird Doodle Jump weltweit täglich über fünf Millionen Mal gespielt. Im Schweizer App Store wird das Game für 1.10 Franken angeboten. Vom Verkaufspreis kassiert Apple 30 Prozent. Handgelenk mal Pi hat Lima Sky damit bislang gegen die 2.3 Millionen Franken verdient.

Im Spiel muss man sich in der Rolle eines kleine gelben Strichmännchens mit Rüssel möglichst weit nach oben kämpfen. Kämpfen bedeutet in diesem Fall springen - und zwar von einer Plattform zur nächsten. Die Hauptschwierigkeit besteht im Treffen der schwebenden Plattformen. Zu allem Überdruss tauchen auch noch insektenähnliche Viecher auf, die einem nach dem Leben trachten. Sie ballert man mit einem gezielten aus dem Rüssel ins Jenseits oder weicht ihnen alternativ grossräumig aus. Gesteuert wird der «Doodler» durch Kipp-Bewegungen des iPhones bzw. der iPod touch.

«Minimal User Functionality»

Mit dem App Store verdiente Apple bislang Milliarden. Bevor ein neues Programm aufgenommen wird, muss es einen so genannten Review-Prozess passieren. Dabei spielt auch der gebotene Inhalt eine entscheidende Rolle. Apps, die etwa nackte Tatsachen zeigen, werden seit Beginn nicht toleriert. Bikini-Apps gingen bis vor kurzem noch durch, werden aber seit Mitte Februar rigoros rausgeworfen (20 Minuten Online berichtete). Offenbar sind Apple aber nicht nur Sex-Apps ein Dorn im Auge. So wurde den Entwicklern von «DuckPhone» mitgeteilt, dass ihre Applikation nicht ins Angebot aufgenommen wird, weil sie mit ihren Quakgeräuschen den Usern zu wenig Funktionalität bieten würde, berichtet der IT-Blog gizmodo.com.

Der IT-Blog wired.com hat diese Woche über die Verträge berichtet, welche die Entwickler mit Apple eingehen müssen, bevor ihr Programm im App Store aufgenommen wird. In einem der Punkte wird etwa den Entwicklern verboten, mit anderen über die Verträge zu sprechen. Wird eine App, die mit dem zur Verfügung gestellten Development Kit programmiert wurde, abgelehnt, darf sie nicht in dem einschlägig bekannten App-Schwarzmarkt Cydia platziert werden. Die Netzbürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) veröffentlichte zwei Versionen der entsprechenden Verträge. Die EFF stuft dabei unter anderem die Passage mit dem Cydia-Store als problematisch ein, da die Freiheit der Programmierer stark eingeschränkt werde.

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