Tiefe Pegel: Der Goldrausch erreicht den Rheinfall
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Tiefe PegelDer Goldrausch erreicht den Rheinfall

Die Goldwäscher reiben sich zurzeit die Hände: Weil der Wasserstand in den Flüssen tief ist, kommen sie besser an Stellen, wo sich das feine Edelmetall abgesetzt hat.

Goldwaschen im Rhein. (Video: 20 Minuten Online)

Oberhalb des Rheinfalls, gestern Nachmittag: August Brändle, auch Gold-Gusti genannt, sucht eine Stelle am Rand eines Felsens, aus der er Kies und Steine herausschaufelt. Danach holt er mit einer «Goldpumpe» tiefer liegendes Material an die Oberfläche und leert es in eine sogenannte Schleuse, die grosse Steine und Kies herausfiltert. In einem letzten Arbeitsgang wäscht der 57-jährige Goldsucher in einer Pfanne das in der Schleuse gesammelte Edelmetall heraus. Rund 15 feine Goldpartikel kommen nach und nach zum Vorschein.

Der aussergewöhnlich trockene Herbst begünstigt zurzeit die Goldsuche: «Der Wasserstand des Rheins ist seit einigen Wochen so niedrig, dass ich problemlos an Stellen herankomme, die normalerweise mit Wasser bedeckt sind», sagt Brändle, der seit 22 Jahren im ganzen Rhein Gold sucht. Durchschnittlich ein halbes bis ein Gramm des Edelmetalls gewinnt Brändle pro Tag. «Ich habe es auch schon erlebt, dass bis zu 100 Gramm zusammenkamen.»

Auch Toni Obertüfer, der im Napfgebiet Gold wäscht, erzielt zurzeit gute Resultate: «Ich habe momentan eine 100-prozentige Erfolgsquote, weil ich viel besser in die Mitte der Flüsse gelange», sagt Obertüfer. Beide Goldwäscher haben aus ihren Hobbys schon längst Berufe gemacht: Einen Teil des gewonnenen Goldes verkaufen Brändle und Obertüfer. Den Hauptteil ihrer Einnahmen erzielen sie aber aus Goldsucher-Kursen, die sie für Schulklassen, Firmen oder Vereine anbieten.

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