Aktualisiert 25.06.2009 08:31

Mysteriöses AbtauchenDer Gouverneur ging «wandern»

Mit einer stillschweigenden mehrtägigen Abwesenheit hat der Gouverneur des US-Staats South Carolina Verwirrung gestiftet. Mark Sanford wurde zuletzt am vergangenen Donnerstag bei der Arbeit gesehen.

Zum zweiten Mal binnen acht Tagen ist ein aussichtsreicher Nachwuchspolitiker der US-Republikaner über eine aussereheliche Affäre gestolpert. South Carolinas konservativer Gouverneur Mark Sanford räumte am Mittwoch ein fünfmonatiges Verhältnis zu einer Argentinierin ein.

Zuvor hatte das spurlose Verschwinden des Gouverneurs, der als ein Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur 2012 galt, tagelang Rätsel aufgegeben. Am Wochenende hatten Medien in South Carolina berichtet, dass der Aufenthaltsort des Gouverneurs derzeit nicht bekannt sei.

Sanfords Mitarbeiter, sein Stellvertreter und sogar seine Ehefrau gaben an, nichts über seinen Verbleib zu wissen. Am Dienstag dann teilte sein Büro mit, Sanford sei allein zum Wandern in die Appalachen gefahren.

Bei Familie entschuldigt

Am Mittwoch indes zog Sanford diese Angaben zurück und räumte ein, sich eine Woche lang bei seiner Freudin in Argentinien erholt zu haben. Auf einer eilends einberufenen Pressekonferenz erklärte der 49-Jährige: «Die Wahrheit ist: Ich bin meiner Frau untreu geworden.»

Seine langjährige platonische Freundschaft zu einer Argentinierin habe sich «im Verlauf des vergangenen Jahres zu etwas mehr entwickelt», sagte er. Sanford entschuldigte sich bei seiner Frau, seinen vier Kindern und seinen Mitarbeitern.

Gouverneursamt behalten

Er legte ausserdem den Vorsitz der Republikanischen Gouverneursvereinigung nieder. Sein Gouverneursamt wolle er aber behalten, kündigte er an.

Erst am vergangenen Mittwoch hatte der republikanische US-Senator John Ensign seinen einflussreichen Posten als Ausschussvorsitzender niedergelegt, weil er eine aussereheliche Affäre hatte. Ensign, der ebenfalls als potenzieller Präsidentschaftskandidat gehandelt wurde, behielt sein Senatsamt.

Sanford und Ensign zählen zum konservativen Parteiflügel der Republikaner, sie profilierten sich politisch als Verfechter traditioneller Familienwerte.

(dapd)

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