Aktualisiert

Roger Federer«Der grösste Fehler ist, Gegner zu unterschätzen»

Roger Federer ist an den Swiss Indoors in Plauderlaune. Der Tennisstar äussert sich zu drei Themen, die ihn regelmässig beschäftigen.

von
Kai Müller
Basel
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Weshalb der skeptische Blick, Roger Federer? Der Schweizer verlässt nach seinem Startsieg an den Swiss Indoors 2017 die St.-Jakobs-Halle.

Weshalb der skeptische Blick, Roger Federer? Der Schweizer verlässt nach seinem Startsieg an den Swiss Indoors 2017 die St.-Jakobs-Halle.

FreshFocus/Marc Schumacher
Yeah, ein Selfie mit Roger Federer!

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FreshFocus/Marc Schumacher
Die Federer-Fans zücken ihre Smartphones.

Die Federer-Fans zücken ihre Smartphones.

FreshFocus/Marc Schumacher

Wenn Roger Federer vor die Medien tritt, gibt er in der Regel eloquent, mehrsprachig und vor allem ausführlich Auskunft. So auch in Basel, wo der Weltranglistenzweite diese Woche seinen achten Titel anstrebt und nach dem Startsieg gegen Frances Tiafoe am Donnerstag auf den Franzosen Benoît Paire (ATP 40) trifft (ab 19 Uhr im Ticker).

Roger Federer über …

… die Fähigkeit, im wichtigen Moment das beste Tennis zu spielen:

«Das kann man lernen. Gewinnen hilft sicher dabei. Wenn du dauernd verlierst, wirst du in den entscheidenden Phasen nicht gut spielen, weil dir Niederlagen das Vertrauen rauben. Sobald du die Fähigkeit besitzt, gilt es, möglichst lange auf dieser Welle zu surfen. Wenn dir dein Mojo wieder abhandenkommt, kannst du es auf anderem Weg zurückholen. Dann musst du vielleicht abseits der Matchcourts härter dafür arbeiten, um physisch stark zu werden und dich mental aufzubauen, damit du im Match allen Widrigkeiten trotzen kannst – sei das dem Wind, dem Publikum, das gegen dich ist, dem Jetlag, der Müdigkeit oder was auch immer. Wenn du Vertrauen in deine Schläge, deine Physis und deine mentale Verfassung hast, spielst du auch in den wichtigen Momenten gut. Funktioniert dann beispielsweise die Vorhand oder der Service nicht, weisst du, dass du dich auf etwas anderes verlassen kannst. Deshalb gilt es, immer das Gesamtbild im Auge zu behalten.»

… die Vorbereitung auf Spiele gegen (deutlich) schwächere Gegner:

«Die Herangehensweise muss die gleiche sein wie vor einem Final, denn der grösste Fehler, den ein Athlet machen kann, ist, den Gegner zu unterschätzen. Wenn er dich dann überrascht und plötzlich gut spielt, kannst du nicht mehr reagieren, weil du geschockt bist. Deshalb musst du dem Gegner jederzeit Respekt entgegenbringen – aber auch nicht zu viel, schliesslich musst du dich in erster Linie auf deine Stärken besinnen und deine Taktik durchziehen. Wenn du nur auf den Gegner fokussiert bist, kann es gefährlich werden, weil du ständig am Reagieren bist und in die Defensive gedrängt wirst – dann passieren normalerweise schlechte Dinge.»

... die Stärke bei eigenem Aufschlag:

«Es ist wahr, dass ich gut darin bin, meinen Service durchzubringen und mit dem ersten Aufschlag eine hohe Prozentzahl der Punkte zu gewinnen. Das ist zwar wichtig, damit gewinne ich aber keine Trophäen. Entscheidend ist, was danach kommt, zum Beispiel mit der Vorhand oder manchmal auch aus der Defensive. Ich kannst nicht erwarten, die ganze Zeit Asse zu schlagen wie die grossen Kerle.»

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