Roger Federer: Der grösste Tennisspieler der Geschichte
Aktualisiert

Roger FedererDer grösste Tennisspieler der Geschichte

Mit dem Triumph über Rafael Nadal im Final des Australian Open zementiert Roger Federer seinen Status.

von
Kai Müller
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Die Karriere von Roger FedererDas erste Profijahr: Roger Federer spielt 1998 in Gstaad gegen den unbekannten Argentinier Lucas Arnold - und verliert 4:6, 4:6.

Die Karriere von Roger FedererDas erste Profijahr: Roger Federer spielt 1998 in Gstaad gegen den unbekannten Argentinier Lucas Arnold - und verliert 4:6, 4:6.

Keystone/Juerg Mueller
Im Jahr 2000 verpflichtete der damals 18-jährige Federer den Schweden Peter Lundgren als Coach. Dieser blieb bis im Dezember 2003, wenige Wochen bevor Federer erstmals die Nummer eins werden sollte.

Im Jahr 2000 verpflichtete der damals 18-jährige Federer den Schweden Peter Lundgren als Coach. Dieser blieb bis im Dezember 2003, wenige Wochen bevor Federer erstmals die Nummer eins werden sollte.

Keystone
Der erste Turniersieg auf der Profitour: 2001 in Mailand gegen den Franzosen Julien Boutter.

Der erste Turniersieg auf der Profitour: 2001 in Mailand gegen den Franzosen Julien Boutter.

Keystone

Es lässt sich kaum in Worte fassen, was Roger Federer in Melbourne geleistet hat. Nach halbjähriger Absenz und ohne Erwartungen angereist, setzte er zu einem unnachahmlichen Steigerungslauf an, der in seinem 18. Major-Triumph gipfelte. Es ist zweifellos Federers überraschendster Grand-Slam-Titel.

Was diese Geschichte so unfassbar, ja kitschig macht, ist, dass dem 35-Jährigen der Coup im ersten Turnier nach seiner verletzungsbedingten Absenz gelungen ist (der Hopman-Cup zählt nicht fürs Ranking) – das in einem Alter, in dem andere schon längst aufgehört haben. Und natürlich, dass sein Gegner im Final Rafael Nadal hiess und Federer ihn in einem nervenzerreissenden Thriller niederrang.

An Nadal gewachsen

Der Stier aus Manacor, wie Nadal genannt wird, wobei die Reduzierung auf seine physischen und kämpferischen Fähigkeiten seinem Talent nicht gerecht wird, hatte sich für den Schweizer schon oft als Traum-Zerstörer entpuppt. Den bleibendsten Eindruck hat diesbezüglich der Wimbledon-Final 2008 hinterlassen, dieser Jahrhundert-Match, in dem es Federer nach Einbruch der Dunkelheit haarscharf verpasste, als erster Spieler sechsmal in Serie im Mekka des Tennis zu triumphieren.

Federer vergiesst Freudentränen

Ein zwei Tränen kullern dem Maestro über die Wangen. (Quelle: SRF)

Federer vergiesst einige Freudentränen. (Quelle: SRF)

Doch Nadal hat Federer erst zu dem werden lassen, was er ist. Jeder Held braucht einen grossen Gegenspieler, einen, der ihm Leistungen und Emotionen wie kein anderer entlockt. Der Spanier hat den Schweizer auch als Spieler wachsen lassen, weil er ihn immer wieder dazu zwang, sein Tennis weiterzuentwickeln, sich neu zu erfinden.

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Das sind alle 20 Grand-Slam-Titel von Roger Federer.Wimbledon 2003 (1.Titel)FEDERER s. Mark Philippoussis (Australien) 7:6, 6:2, 7:6

Das sind alle 20 Grand-Slam-Titel von Roger Federer.Wimbledon 2003 (1.Titel)FEDERER s. Mark Philippoussis (Australien) 7:6, 6:2, 7:6

AP/Anja Niedringhaus
Australian Open 2004 (2)FEDERER s. Marat Safin (Russland) 7:6, 6:4, 6:2

Australian Open 2004 (2)FEDERER s. Marat Safin (Russland) 7:6, 6:4, 6:2

Keystone/Tony Feder
Wimbledon 2004 (3)FEDERER s. Andy Roddick (USA) 4:6, 7:5, 7:6, 6:4

Wimbledon 2004 (3)FEDERER s. Andy Roddick (USA) 4:6, 7:5, 7:6, 6:4

Keystone/Eddy Risch

Die Tiefschläge im fünften Satz

Dass Federer seine Nemesis nun, nach zuvor sechs Niederlagen auf Grand-Slam-Stufe, in die Schranken wies, ist die Krönung seines australischen Märchens und eines der erstaunlichsten Comebacks der Sportgeschichte. Erst recht, weil sich das Spiel so entwickelte, wie man das schon oft gesehen hatte, weil Federer vor allem im fünften Satz immer wieder Tiefschläge hinnehmen musste und in den entscheidenden Momenten einmal mehr am Spanier zu zerbrechen schien. Er tat es nicht.

Noch mehr von Federers Emotionen

Ihm ist die Erleichterung anzuspüren. (Quelle: SRF)

Noch mehr Emotionen. (Quelle: SRF)

Auch wenn diese Diskussion wohl nie enden wird: Für viele ist Federer aufgrund seiner Rekorde, gepaart mit seinem ästhetischen Stil, schon längst der grösste Tennisspieler, den die Welt je gesehen hat. In Melbourne hat er diesen Status eindrücklich zementiert.

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