Alkohol und Drogen: Der grosse Absturz der Sportstars
Aktualisiert

Alkohol und DrogenDer grosse Absturz der Sportstars

Sie trinken, nehmen Drogen und kommen mit dem Gesetz in Konflikt: Der ehemalige Box-Weltmeister Mike Tyson (47) ist längst nicht der einzige ehemalige Sportstar, der abstürzte.

von
Andy Huber

Das Geständnis des früheren Skandalboxers Mike Tyson am Wochenende, als der Amerikaner nach seinem Debüt als Promoter an einer Pressekonferenz in New York seine Alkoholsucht gestand, mag nicht weiter erstaunen. Tyson, der mit 20 Jahren und 144 Tagen 1986 jüngster Box-Weltmeister im Schwergewicht wurde, hat schon unzählige Male für Skandale gesorgt. 1992 wurde er wegen Vergewaltigung zu sechs Jahren Haft verurteilt. Körperverletzung, Trunkenheit am Steuer und Drogenbesitz zogen erneute Knastaufenthalte nach sich. Mit seinem umfangreichen Sündenregister steht Tyson in der Welt der Sportstars nicht alleine da.

Paul Gascoigne (46)

«Gazza» war in den neunziger Jahren einer der besten Fussballer der Welt und galt als Spassvogel. Dem ehemaligen Mittelfeldstrategen, der 2004 zurücktrat, ist das Lachen inzwischen vergangen. Gascoigne leidet seit Jahren unter Alkoholismus und Depressionen. In seiner 2008 erschienenen Autobiografie sprach er von Selbstmordgedanken. Sein jüngster Exzess: Anfang August wurde er zu einer Busse von 1000 Pfund verdonnert, weil er betrunken einen Wachmann angegriffen hatte.

Dennis Rodman (52)

Rodman, der in seiner Aktivkarriere als Basketballer ohne Zweifel einer der besten Verteidiger und Rebounder der NBA-Geschichte war, geriet mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt, stand wegen des Vorwurfs der Körperverletzung vor Gericht und musste seine Alkoholsucht schon mehrmals in Entzugskliniken behandeln lassen.

Diego Maradona (52)

Der argentinische Weltmeister von 1986 wurde bereits 1991 des Kokainkonsums überführt. Den sportlichen Tiefpunkt erlebte die «Hand Gottes» drei Jahre später an der Fussball-WM in den USA, wo in seiner Urinprobe verbotene Substanzen nachgewiesen werden konnten und die Fifa ihn vom Turnier ausschloss. 2004 startete Maradona seinen ersten Drogenentzug. Heute ist es um das rauschhafte Privatleben der Fussball-Legende, die als Trainer arbeitet, ruhiger geworden.

Tim Montgomery (38)

Der amerikanische Sprintstar erlebte seinen sportlichen Höhepunkt 2002, als er beim Golden-League-Meeting in Paris den damaligen Weltrekord von 9,78 Sekunden über 100 Meter aufstellte. Sein Exploit wurde jedoch zwei Jahre später von dem Schatten der Doping-Affäre um die Firma Balco verdunkelt und 2005 wurde ihm der Weltrekord aberkannt, worauf Montgomery zurücktrat. Danach geriet er endgültig auf die schiefe Bahn. 2008 wurde Montgomery wegen Heroinhandels festgenommen und nur wenige Wochen später wegen millionenschweren Scheckbetrugs zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Auch seine ehemalige Lebensgefährtin und einstige Sprintkönigin Marion Jones landete im Gefängnis. Grund: Beihilfe zum Betrug und Meineid.

Matti Nykänen (50)

Vier olympische Goldmedaillen, fünf Weltmeistertitel und vier Gesamt-Weltcup-Siege: Nykänen, der 1991 zurücktrat, gilt als der wohl erfolgreichste Skispringer aller Zeiten. Die wirklich grossen Sprünge sind ihm nur mit Skiern unter den Füssen gelungen. Neben der Schanze sorgte der Finne immer wieder für Skandale: Drei gescheiterte Ehen, Alkohol, Messerattacken, Gefängnis, Herzinfarkt. Unrühmlicher Höhepunkt: Im August 2004 geriet Nykänen unter den Verdacht, besoffen mit seiner Frau Mervi im Alkohlrausch in einer Hütte in Nokia einen 59-jährigen Freund niedergestochen zu haben. Er musste 26 Monate in den Knast. Heute betont Nykänen, der sich als Sänger versucht: «Ich lebe nun ein normales Leben. Die Hölle liegt wirklich weit hinter mir – ich bin dem Himmel eigentlich recht nahe.»

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