Sternschnuppen: Der grosse Leonidenregen blieb noch aus

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SternschnuppenDer grosse Leonidenregen blieb noch aus

Wer in der Nacht auf Mittwoch wach blieb, um viele Sternschnuppen zu sehen, wurde enttäuscht. Einerseits war der Himmel an vielen Orten bedeckt, andererseits blieb das grosse Feuerwerk aus. Das könnte sich in der kommenden Nacht ändern.

von
whr

Auch Daniel Karbacher von der Urania-Sternwarte in Zürich konnte keine Leoniden zählen, der Himmel war bedeckt. Doch auch wenn die Sicht besser gewesen wäre, viel zu sehen hätte es nicht gegeben. Eine Gruppe von indischen Amateurastronomen im Naturschutzgebiet Siriska rund 150 Kilometer südlich von Neu-Delhi konnte nämlich lediglich 78 Sternschnuppen in vier Stunden zählen.

Wie stark der Leonidenregen über der Erde niedergeht, sei sehr schwierig vorauszusehen, sagt Karbacher zu 20 Minuten Online. Wie beim Hagel sei eine genaue Prognose über den Ort und die Intensität des Niedergangs kaum möglich. Wenn die Sternschnuppen ein paar tausend Kilometer neben der Erde aktiv sind, sehen wir sie nicht.

In Sternwarten ist die Sicht nicht besser

Wer glaubt, dass die Sternschnuppen von Sternwarten aus besser zu erkennen sind, ist auf dem Holzweg. Denn die Leoniden leuchten nur kurz auf, so dass keine Zeit bleibt das Fernrohr einzustellen. Karbacher empfiehlt, sich einen Ort zu suchen, wo die Sicht auf das Sternbild des Löwen frei und wo es möglichst dunkel ist. Zudem sollte man seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, um das Feuerwerk am Himmel möglichst genau verfolgen zu können.

Die Chancen für ein Himmelsspektakel in der Nacht auf Donnerstag stehen gut. Laut Pascal Hobi von MeteoNews ist der Himmel in der ersten Nachthälfte auch im Flachland klar. Dann bildet sich Nebel mit einer Obergrenze von 600 bis 800 Metern, darüber bleibt die Sicht gut. Wer also in Zürich seine Wünsche an die Sternschnuppen los werden will, macht das besser auf dem knapp 870 Meter hohen Uetliberg und nicht in der Urania-Sternwarte mit ihrer fast geschlossenen Kuppel.

Bei den Leoniden handelt es sich um einen Meteorstrom, der aus Bruchstücken des Kometen Tempel-Tuttle entstanden ist. Im November kreuzt die Erde regelmässig die Bahn dieser Meteorwolken. Wenn die Bruchstücke in die Erdatmosphäre eindringen, verglühen sie, was am Himmel dann als Sternschnuppe zu sehen ist. Alle Sternschnuppen scheinen dabei aus der Richtung des Sternbilds Löwe (Leo) zu kommen, von dem sie den Namen Leoniden bekommen haben. Die NASA erklärte, in diesem Jahr könne es bis zu 300 Sternschnuppen in der Stunde geben. In einer normalen Nacht sind es nur etwa acht pro Stunde. (whr/dapd)

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