Wer wird Schweizer Meister?: Der grosse Teamcheck für den Playoff-Final
Aktualisiert

Wer wird Schweizer Meister?Der grosse Teamcheck für den Playoff-Final

Am Samstag ist es so weit: Die Final-Show zwischen dem SC Bern und Servette-Genf beginnt. Gesucht wird der neue Schweizer Meister.

von
Marcel Allemann / Peter Berger
Mit Haken und Ösen: Servettes John Gobbi (l.) im Duell mit dem Berner Tristan Scherwey.

Mit Haken und Ösen: Servettes John Gobbi (l.) im Duell mit dem Berner Tristan Scherwey.

20 Minuten macht den Teamcheck, durchleuchtet die beiden Finalisten – und kommt zum Schluss: Bern setzt sich hauchdünn durch.

Trainer

Larry Huras (Bern) gegen Chris McSorley (Servette). Da prallen zwei extrovertierte, mit allen Wassern gewaschene Hockey-Verrückte aufeinander. Was McSorley in Genf trotz bescheidener Mittel aufgebaut hat, ist einzigartig. Und trotzdem verliert er das kanadische Duell gegen Huras, denn dieser bringt den Erfahrungswert von zwei Meistertiteln (2001 ZSC Lions, 2003 Lugano) in den Final mit.

Fazit: Bern geht mit 1:0 in Führung.

Goalie

Tobias Stephan (Servette) ist der derzeit heisseste Goalie der Liga, gewann im Halbfinal sogar das Duell gegen den finnischen Superhexer Jussi Markkanen klar. Und sollte Jonas Hiller der Nati einen Korb geben, dürfte Stephan auch der Schweizer WM-Goalie sein. Marco Bührer, der zuletzt in der Nati kein Thema mehr war und in den letzten beiden Playoffs in die Kritik geriet, kann einzig in die Waagschale werfen, dass er im Gegensatz zu Stephan die Erfahrung eines Titels (2004) mitbringt.

Fazit: Servette gleicht zum 1:1 aus.

Verteidigung

Beide Abwehrreihen verfügen über Betonmischer. In Bern übernehmen Leute wie Gerber, Hänni und Meier diesen Job, bei Servette sind es Malik, Vukovic und Breitbach. Die Genfer sind in dieser Hinsicht sogar grös­ser, schwerer und böser. Aber punkto Kreativität haben die Mutzen mehr zu bieten als Servette mit Höhener und Bezina. Erstens haben sie Roche – und zweitens mit Jung­star Roman Josi den neuen Mark Streit in ihren Reihen.

Fazit: Bern geht wieder in Führung – 2:1.

Sturm

Bern wie Servette verfügen über vier Sturmlinien, die jederzeit für Tore gut sind. Nur sind jene des SCB noch ein wenig besser bestückt. Servettes Thomas Déruns ist der wohl kompletteste Schweizer Stürmer, aber Plüss/Rüthemann sind als Duo besser als Déruns/Savary. Im dritten Sturm tritt Bern mit Dubé und Gamache an, Servette dagegen «nur» mit Rivera und Suri. Und im vierten Sturm stellt Bern mit Ziegler einen Nationalspieler, Servette mit Maurer dagegen einen gelernten Verteidiger.

Fazit: Bern baut seinen Vorsprung auf 3:1 aus.

Ausländer

Die aktuellen SCB-Ausländer verfügen über mehr Wasserverdrängung als ihre Vorgänger – Jean-Pierre Vigier ist so etwas wie der neue Vorzeige-kämpfer der neuen Bären. Mehr spielerische Qualität hat aber Servette mit seinen drei Skorern Salmelainen, Kolnik und Toms. Juraj Kolnik erzielte zuletzt trotz Muskelriss am Oberschenkel gegen Zug vier Tore – er ist somit der Wayne Rooney des Playoff-Finals.

Fazit: Servette schafft den Anschluss, unterliegt aber mit 2:3.

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