Der Grund für Bassos Rückzieher
Aktualisiert

Der Grund für Bassos Rückzieher

Als Held und «Kronzeuge» gefeiert, enttäuschte Ivan Basso mit seinen spärlichen Angaben über die Dopingaffäre die Welt. Doch der Italiener hatte einen gewichtigen Grund dazu.

Es ist die Angst, welche im Radzirkus umgeht. Die Angst vor der Mafia. «Sie haben Angst, zu reden. Sie fürchten Schlimmes. Diese Jungs sind Opfer, umgeben von Managern, Ärzten und Handlangern», so Coni-Chefermittler Ettore Torri im italienischen Fernsehen. Die Coni (Anti-Doping-Agentur des nationalen Olympischen Komitees Italien) hat jedoch womöglich mehr von Basso erfahren als die breite Öffentlichkeit. Dies deutet auf jeden Fall Coni-Chef Gianni Petrucci an: «Es ist das erste Mal, dass ein Topathlet kooperiert. Ich stehe zu Ivan und habe exzessivem Moralismus schon immer misstraut.» Auch der Anwalt des 29-jährigen Athleten nimmt seinen Schützling in Schutz. Basso habe beim Coni alles erzählt, aber «er kann ja nur für sich sprechen. Die Fahrer fuhren ja nicht in Bussen zu Fuentes nach Spanien.

Trotz diesen Aussagen halten einige Experten das Verhalten Bassos als Taktiererei. Derweil hat mit Michele Scarponi offenbar ein anderer Radprofi beim Coni ausgepackt. «Scarponi hat in zwei Stunden das gesamte Doping-System von Fuentes dargelegt», weiss die «Gazzetta dello Sport».

(fox)

Deine Meinung