Triumph Spitfire 4 Mk II: Der günstige Traumwagen für Sportsfreunde
Publiziert

Triumph Spitfire 4 Mk IIDer günstige Traumwagen für Sportsfreunde

Irgendwann Mitte der Siebzigerjahre war für Peter klar: Ein Sportwagen musste her. Italienische Designikonen waren zu teuer, so kam es, wie es kommen musste.

von
B. von Rotz
1 / 13
Der Triumph Spitfire 4 Mk II kostete 1967 neu weniger als 9000 Franken.

Der Triumph Spitfire 4 Mk II kostete 1967 neu weniger als 9000 Franken.

Daniel Reinhard/www.zwischengas.com
Das Design des Engländers stammte von Giovanni Michelotti.

Das Design des Engländers stammte von Giovanni Michelotti.

Daniel Reinhard/www.zwischengas.com
Mit fast 150 km/h war der Triumph Spitfire ein sportliches Auto vor 50 Jahren.

Mit fast 150 km/h war der Triumph Spitfire ein sportliches Auto vor 50 Jahren.

Daniel Reinhard/www.zwischengas.com

Intensiv blätterte VW-Käfer-Besitzer Peter damals die gängigen Autozeitschriften durch auf der Suche nach einem passenden Gefährt. Ein Kleininserat erregte seine Aufmerksamkeit: «Triumph Spitfire 4, Baujahr 1967, weiss, in gutem Zustand, 61'000 km, mit Hardtop, ab Kontrolle, 2900 Franken», stand da gedruckt.

Natürlich kannte Peter den Triumph Spitfire. Er hatte den Test in der Zeitschrift «Hobby» verschlungen, der 1963 erschienen war, und auch die Ergebnisse der Prüffahrten in der «Automobil Revue» und in der deutschen Zeitschrift «Auto Motor und Sport» gelesen. Und natürlich kannte er auch spätere Nachtests und die Kommentare der Journalisten zu den späteren Versionen des kleinen Sportwagens. Jetzt war ein guter Zeitpunkt, die gesammelten Zeitungsausschnitte wieder hervorzusuchen und die Entwicklungsgeschichte nochmals nachzuverfolgen.

Vorstellung erst im Jahr 1962

Eigentlich hatte Designer Giovanni Michelotti die Gestaltung des Triumph Spitfire bereits Ende der Fünfzigerjahre abgeschlossen, doch die damals desolaten finanziellen Verhältnisse des Hersteller verhinderten den Übergang in die Produktion. Nach der Übernahme durch Leyland floss jedoch wieder neues Kapital und die neuen Besitzer entdeckten den fast pfannenfertigen Prototypen.

Im Herbst 1962 wurde der kleine Sportwagen in London vorgestellt. Und der hübsch gestaltete kompakte Roadster-Cabriolet-Hybrid erwies sich als Volltreffer.

Ehrlich und bezahlbar

Ähnlich wie die Konkurrenz beim Austin-Healey Sprite konnten auch die Triumph-Ingenieure auf bestehende Technik zurückgreifen. Beim Spitfire stand der Triumph Herald Pate, damit waren Fahrgestell und Antriebsstrang gegeben.

Der Motor mit einem Hubraum von 1167 cm3, dreifach gelagerter Kurbelwelle und seitlich drehender Nockenwelle lieferte 63 PS (DIN) bei 5750 Umdrehungen. Dies genügte, um dem trocken 702 kg wiegenden Sportwagen zu ansprechenden Fahrleistungen zu verhelfen, sodass sich der Spitfire-Fahrer weder vor einem BMW 700 noch einem VW Käfer fürchten musste.

Eine Rakete war der Triumph Spitfire nie gewesen, erinnerte sich Peter, aber ein ernstzunehmender Sportwagen allemal. Da waren sich auch die damaligen Journalisten einig. Eine Spitze von 147 km/h massen die Tester im Jahr 1963 und für die Beschleunigung von 0 bis 100 km/h wurden 17,4 Sekunden notiert. Einen Käfer hielt man so problemlos in Schach, denn der nahm sich 32,8 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h und lief nur 114 km/h schnell.

Auf zur Probefahrt

Peter erinnerte sich an alle diese Vergleiche, als er den Verkäufer des weissen Triumph Spitfire traf, um eine Probefahrt zu machen. Peter fühlte sich sofort pudelwohl, obschon er mit rund 1,8 Metern von stattlicher Postur war. Am besten gefiel ihm der gut positionierte kleine Schalthebel und die elegant gezeichneten Armaturen, die allerdings in Fahrzeugmitte nicht besonders gut einsehbar waren. Er startete den Motor mit dem Zündschlüssel rechts am Armaturenbrett und liess sich vom brummigen Auspuffton unterhalten. Genauso hatte er es sich vorgestellt.

Er legte den ersten Gang ein und fuhr los. Die Kupplung packte anstandslos und die Fahrdynamik überraschte den von seinem Käfer nicht verwöhnten Peter. Das Wechseln der Gänge fiel mit zunehmender Wärme des Getriebeöls immer leichter und das Fahren im Sportwagen mit seiner exakten und direkten Lenkung machte viel mehr Spass, als Peter dies erwartet hätte. Am liebsten wäre er gar nicht mehr ausgestiegen. Und so kam Peter zu seinem ersten Sportwagen.

Weitere Informationen, viele Fotos, Originalprospekte und das Motorengeräusch gibt es auf www.zwischengas.com.

www.zwischengas.com ist die umfangreichste Online-Plattform zu den Themen Oldtimer, Youngtimer und historischer Rennsport und wird von Enthusiasten mit Benzin im Blut täglich mit neuen Artikeln, Bildern und historischen Dokumenten ergänzt.

Deine Meinung