Aktualisiert 20.09.2018 11:39

PrognoseDer HC Davos schafft das Playoff nicht

20 Minuten lehnt sich weit aus dem Fenster. Glaubt aber: Erstmals seit dem Wiederaufstieg 1993 verpasst der Rekordmeister in dieser Saison die Top 8.

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mal
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Die Goalies der National LeagueDaniel Manzato hat von Lugano zu Ambri gewechselt und steht dort in einer Konkurrenzsituation zu Benjamin Conz um die Nummer 1.

Die Goalies der National LeagueDaniel Manzato hat von Lugano zu Ambri gewechselt und steht dort in einer Konkurrenzsituation zu Benjamin Conz um die Nummer 1.

Davide Agosta
Der SC Bern kann in dieser Saison nochmals auf die Dienste von Leonardo Genoni zählen, bevor dieser zum EV Zug wechselt.

Der SC Bern kann in dieser Saison nochmals auf die Dienste von Leonardo Genoni zählen, bevor dieser zum EV Zug wechselt.

Keystone/Alessandro Della Valle
Nummer 1 und Leaderfigur beim EHC Biel: Jonas Hiller.

Nummer 1 und Leaderfigur beim EHC Biel: Jonas Hiller.

Keystone/Cyril Zingaro

Es ist das alljährliche Kaffeesatzlesen. Und daran beteiligt sich wie in jeder Saison auch 20 Minuten vor dem Start in die neue Eishockeysaison am Freitag. Welches Team ist wie stark? Wer gewinnt die Qualifikation? Und wer schafft es nicht ins Playoff?

Ein Trio müsste besser sein und ein Trio schlechter als der Rest

Aufgrund des Potenzials der jeweiligen Kader ist für 20 Minuten klar: Titelverteidiger ZSC Lions, der SC Bern und der HC Lugano müssten in dieser Reihenfolge eigentlich eine Spur besser sein als alle anderen. Und es gibt drei Teams, die Mühe haben dürften, mit dem Rest der Liga Schritt zu halten. Deshalb setzen wir Ambri, die SCL Tigers und Aufsteiger Rappi auf die Plätze 10, 11 und 12.

Doch dazwischen könnte es zum grossen Gedränge kommen und Nuancen entscheiden. Lausanne hat weiter aufgerüstet (u. a. Bertschy, Kenins, Grossmann), will unter dem neuen Trainer Ville Peltonen die letzte Horrorsaison vergessen machen und hat die spielerische Klasse für die vorderen Ränge. Aber auch den Goalie dafür? Biel war letzte Saison die Überraschungsmannschaft und hat mit Spielern wie Brunner, Riat und Künzle ebenfalls an Stärke dazugewonnen. Doch gelingt wirklich nochmals eine solche Traumsaison?

Fribourg mit Berra im Aufschwung

Zug ist immer ein Kandidat für die vorderen Ränge, aber steckt vor der Ankunft von Nati-Goalie Leonardo Genoni in einem Jahr in einer Art Zwischensaison. Und wie gut bekommt den Zentralschweizern der Stilwechsel an der Bande mit dem neuen norwegischen Trainer Dan Tangnes? Dieser ist angehalten, auch den Nachwuchs zu integrieren – was sein Vorgänger Harry Kreis konsequent verweigerte.

Fribourg hat neu Reto Berra zwischen den Pfosten, Philippe Furrer in der Verteidigung und Samuel Walser im Sturm. Eine Achse, die mehr als nur die Playoff-Qualifikation möglich machen kann. Und bei Servette ist Chris McSorley nach einem Jahr Pause an der Bande zurück und damit auch die Disziplin und Ordnung.

Nico Hischier vor seiner zweiten NHL-Saison

Der Walliser über seine Ziele, New York und Roger Federer. (Video: Marcel Allemann/Adrian Panholzer)

Substanzverlust und ein Panik-Transfer beim HCD

Es gibt keine ersichtlichen Gründe, weshalb eines dieser fünf Teams das Playoff nicht schaffen sollte. Bleibt also nur noch der HC Davos für den undankbaren 9. Rang. Dort ging ein markanter Substanzverlust (Sciaroni, Schneeberger, Walser, Simion, Jörg sind alle weg), verbunden mit einer Verjüngung, über die Bühne.

Dazu gibt es Fragezeichen, wie wettbewerbsfähig die wichtigen Ausländer Perttu Lindgren und Shane Prince nach langwierigen Verletzungsgeschichten sind. Schon vor der Saison mit Knieproblemen schlägt sich zudem der neue Finne Sami Sandell herum. Apropos Verletzte: Finden die Davoser keinen Weg, ihre fast schon traditionelle Misere mit vielen Verletzten hinter sich zu lassen, wird es in dieser Saison definitiv eng, in der Gesamtsumme vielleicht zu eng.

Dass beim HCD vor dieser Saison offensichtlich eine gewisse Panik herrscht, zeigt die Last-Minute-Verpflichtung des schwedischen Goalies Anders Lindbäck. Vielleicht können die Bündner so dem Playout nochmals entrinnen, doch womöglich sorgt die Situation mit fünf Ausländern (und wohl bald kommt noch ein sechster dazu) und drei Goalies aber auch für atmosphärische Störungen.

Deshalb sieht die 20-Minuten-Tabelle für die Saison 2018/2019 so aus:

1. ZSC Lions

2. Bern

3. Lugano

4. Lausanne

5. Zug

6. Biel

7. Fribourg

8. Servette

9. Davos

10. Ambri

11. SCL Tigers

12. Lakers

Doch eben, Prognosen bleiben Prognosen. Mehr nicht. Denn erstens kommt es meistens anders – und zweitens, als man denkt.

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