27.12.2016 17:50

Spengler-CupDer HC Davos und die Kunst des Geniessens

Der Rekordmeister will die schwierige Situation in der Meisterschaft ausblenden. Wird der Spengler-Cup zum Wendepunkt?

von
Kai Müller

Verteidiger Félicien Du Bois glaubt, dass der Spengler-Cup für den HCD eine Chance sein kann. (Video: 20 Minuten)

Es ist so eine Sache mit dem Genuss. In der Theorie bietet das clubeigene Traditionsturnier den HCD-Spielern alljährlich die perfekte Gelegenheit, ein paar beschwingte, von Eishockey umrahmte Tage im Kreis der Mannschaft und der Familien zu verbringen. Die Realität sieht zuweilen jedoch anders aus.

Waren 2015 rund um den Spengler-Cup die lange Verletztenliste und der bevorstehende Champions-League-Halbfinal omnipräsent, plagen den Rekordmeister vor seinem heutigen Auftaktmatch gegen Team Canada ungekannte Sorgen: Das zähe Ringen um einen Playoffplatz hat die Meisterschaft zu einem beschwerlichen Alltag verkommen lassen.

Hoffnung auf viele Tore

Als Einnahmequelle, die dem HCD das Überleben in der NLA sichert und die Spieler zu engagierten Auftritten verpflichtet, mag der Spengler-Cup ein Segen sein. Aber ist die zusätzliche Belastung im ohnehin reich befrachteten Kalender nicht auch ein Fluch, gerade wenn wie heuer kapitale Wochen bevorstehen? Félicien Du Bois, einer der Routiniers der jungen Mannschaft, verneint. «Für uns ist es eine gute Möglichkeit, Dinge, die in der Liga nicht klappen, besser zu machen», sagt er. Namentlich das Toreschiessen. Der 33-jährige Verteidiger glaubt allerdings nicht, dass defensive Liederlichkeit die Spiele prägen wird. «Klar hat das Turnier den Ruf, dass etwas weniger hart verteidigt wird als in der Liga, ich empfinde das aber nicht so.»

So schwierig und ungewohnt die Situation für den letztjährigen Halbfinalisten derzeit ist: Der Spengler-Cup könnte im Idealfall ja auch zum Wendepunkt, zum Beginn eines Aufschwungs werden. Du Bois sagt: «Ich glaube, dass wir fähig sind, die Gedanken an die Meisterschaft beiseitezuschieben. Wenn wir versuchen, die Tage hier zu geniessen, und alle zusammenstehen, dann wird uns das helfen für die Zeit danach.»

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