Aktualisiert 23.09.2011 15:42

Eddie the EagleDer heimliche Star des freestyle.ch

Er war der erste britische Skispringer und seine Sprünge sind legendär – die Rede ist von Eddie the Eagle. Am Wochenende kommt er nach Zürich.

von
Herbie Egli

Das Karriere-Highlight des britischen Skispringers Michael Edwards, alias Eddie the Eagle. (Video: YouTube)

Michael Edwards – so heisst Eddie the Eagle mit bürgerlichem Namen - war Ende der 80er-Jahre der grosse Star der Skisprung-Szene. Aber nur, was den Unterhaltungswert betraf. Während die Konkurrenz bereits im V-Stil sprang, ruderte Edwards mit den Händen in der Luft und belegte immer den letzten Platz. Der erste britische Skispringer hatte eine ausgeprägte Weitsichtigkeit und war daher auf eine Brille mit starken Gläsern angewiesen. Weil sich diese vor dem Start meist beschlugen, musste er jeweils zuerst die Gläser reinigen. Ob seinem Flugstil und Aussehen kreierten die Fans schnell den Namen Eddie the Eagle, den er nicht mehr losbrachte.

Zum Springen kam der gelernte Bauhandwerker, weil er 1986 im Fernsehen die Vierschanzentournee schaute. Vorher hatte er sich vergeblich in den Sportarten Judo, Reiten und Volleyball versucht. 1987 nahm Edwards an den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Oberstorf teil und sprang auf 73,5 Meter. Mit dieser Weite erschien sein Name in der Rangliste natürlich auf dem letzten Platz. Weil es aber britischer Rekord war, durfte Eddie the Eagle 1988 an den Olympischen Winterspielen in Calgary antreten. Dort reichte es auf der Normal- und Grossschanze – Sie erraten es - wiederum nur zum letzten Platz. Seinen letzten Wettkampf bestritt Edwards 1989 in Innsbruck. Er stürzte auf der Bergisel-Schanze und brach sich das Schlüsselbein.

Alle wollten Eddie

Nach seiner Skisprung-Karriere avancierte der am 5. Dezember 1963 geborene Brite zum Medienstar. Er schrieb ein Buch mit dem Titel «On the piste» und nahm mehrere Singles auf. Edwards soll 1988 mit seinen Auftritten über eine halbe Million Schweizer Franken verdient haben. In den weiteren Jahren scheffelte er mit Werbeauftritten weiter viel Geld. 1992 erklärte er selbst, dass er bankrott sei. Wie die «Welt» 2008 berichtete, verlor Edwards zwischenzeitlich durch schlechte Treuhänder über eine Million Schweizer Franken.

Eddie the Eagle liess sich dadurch aber nicht unterkriegen und nahm ein nächstes Projekt in Angriff. Er studierte Jura und schloss sein Studium 2002 erfolgreich ab. Die grosse Karriere als Rechtsanwalt blieb ihm jedoch verwehrt. Heute arbeitet der 47-jährige Brite wieder als Bauhandwerker. Im Jahr 2000 schloss Edwards den Bund fürs Leben. Er hat vier Töchter sowie einen Sohn. 2004 erlitt er jedoch einen Schicksalsschlag: Seine Frau starb. Seither ist der Mann mit der wohl berühmtesten Brille im Skispringen alleinerziehender Vater.

Stargast am freestyle.ch

Dieses Wochenende macht Eddie the Eagle der Stadt Zürich seine Aufwartung. Er ist aus einem bestimmten Grund am freestyle.ch-Event eingeladen. Der legendäre britische Skispringer bekommt den erstmals verliehenen «Wallwurz Lifetime Award», den Ruedi Andres, Hersteller der Wallwurz-Salbe und Inhaber der Apotheke Stadelhofen in Zürich, ins Leben gerufen hat. «Ich habe grösste Achtung vor Michael Edwards. Er ist für mich einer der unerschrockensten Sportler aller Zeiten. Deshalb hat er den Award für besondere Furchtlosigkeit vor Prellungen, Stauchungen und Quetschungen verdient», so Andres.

Der Award wird an diesem Wochenende gleich noch ein zweites Mal vergeben. Jener Freestyler, der den mutigsten Sprung zeigt, bekommt die Trophäe von Eddie the Eagle persönlich überreicht.

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