25.09.2014 08:18

Gian Simmen

«Der Heimsieg war, ist und wird das Grösste bleiben»

20 Jahre Freestyle.ch und Gian Simmen war fast von Anfang an mit dabei. Ein Rückblick aus ganz persönlicher Sicht des heute 37-jährigen Olympiasiegers von 1998.

von
Oliver Fischer

1995 wurde Freestyle.ch, damals unter dem Namen «Nescafé Züri Inline 95», ins Leben gerufen. Neben Inlineskatern waren auch Skateboarder und BMX-Fahrer auf der Landiwiese am Start. 1996 kamen zum ersten Mal die Snowboarder dazu und damit auch Gian Simmen - oder 1997, so genau weiss es der Bündner gar nicht mehr. Gut erinnern kann er sich allerdings ans Jahr 1998, da trat er als frischgebackener Halfpipe-Olympiasieger an. Plötzlich kannte jeder auf dem Gelände Gian Simmen. «Ich konnte mich plötzlich nicht mehr einfach frei bewegen, weil alle ein Foto, ein Autogramm oder einfach einmal mit mir quatschen wollte», erinnert er sich.

Seit seinem ersten Auftritt war Simmen jedes Jahr bei Freestyle.ch am Start. Da bleiben natürlich einige Momente besonders im Gedächtnis. Die Begegnungen mit den Superstars - zu denen er sich selbstredend auch zählen darf - wie der Skateboard-Legende Tony Hawk oder Über-BMXer Mat Hoffman. «Das waren damals die grossen Idole ihrer Sportarten und Persönlichkeiten mit einer unglaublichen Präsenz.» Gern denkt der 37-Jährige auch daran, wie sich die Snowboard-Weltelite in Zürich getroffen hat.

Crossover-Session als Highlight

Spektakulär nicht nur für das Publikum, sondern auch für die Fahrer selbst, ist die Crossover-Session, bei der die Athleten in verschiedenen Sportarten gegeneinander antreten. «Das ist natürlich ein Hammerevent und in dieser Form einzigartig. Da vergleicht man Äpfel mit Birnen, Bananen und Zwetschgen und es funktioniert hervorragend», scherzt der dreifache Familienvater. Und dass das Publikum über die beste Show entscheidet, mache das Ganze noch einmal spannender.

Zum Freestyle.ch gehört aber neben den sportlichen Show- und Wettkampf-Teilen auch die grosse Party am Samstagabend. Besonders eindrücklich muss der Auftritt des noch nicht so bekannten Sängers Stress gewesen sein. Die Leute seien vor dem Konzert noch etwas skeptisch gewesen, ob der französische Hip-Hop das Richtige fürs Freestyle.ch sei. Die Bedenken zerstreuten sich schnell: «Die Menge ist unglaublich abgegangen und hatte eine riesen Party, das war schon der Hammer.»

Der Schock 2004

Neben all den grossartigen Momenten und Erinnerungen bleibt aber auch das Jahr 2004 in Erinnerung. Am Samstagmorgen stürzte die grosse Rampe mit dem Sprung für die Snowboarder und Freeskier in sich zusammen und der Event musste abgesagt werden. «Es war ein riesiger Schock, als wir die Nachricht bekamen. Am Freitag sind einige noch auf der Rampe gestanden und alles sah super aus. Zum Glück sind keine Menschen zu Schaden und wir alle noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.» Im Folgejahr 2005 kostete der Event zum ersten Mal Eintritt, was auch den erhöhten Sicherheitskosten geschuldet war.

Auf die Frage, was denn sein persönliches Highlight in all diesen Jahren bei Freestyle.ch war, dringt beim längst zurückgetretenen Aroser immer noch ganz der Athlet durch: «Der Sieg! Gewinnen ist immer schön, aber zuoberst zu stehen und zu wissen, diesen Contest zuhause gewonnen zu haben, war super.»

Dieses Jahr ist Gian Simmen einerseits als Fahrer bei der Snowboard-Stylesession am Samstagnachmittag ab 15 Uhr dabei. Später kommentiert er dann fürs Schweizer Fernsehen die Crossover-Session und am Sonntag ab 17 Uhr die Final-Durchgänge aller Sportarten.

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