Berner Tüftler: Der Held der Bauern und Biker
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Berner TüftlerDer Held der Bauern und Biker

Ein findiger Grindelwaldner erleichtert mit seiner Erfindung Bikern und Bauern das Leben: spezielle Tore, die zwar Biker, aber keine Kühe durchlassen.

von
Annina Häusli
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Alex Eymann (42) wohnt in Grindelwald und ist der Erfinder der Eywerks-Tore.

Alex Eymann (42) wohnt in Grindelwald und ist der Erfinder der Eywerks-Tore.

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Dank seinen Toren haben es nun Biker und Bauern einfacher. Biker müssen nicht mehr absteigen, um Zäune zu passieren, und Bauern müssen nicht mehr Angst haben, das Kühe durch offene Tore entkommen.

Dank seinen Toren haben es nun Biker und Bauern einfacher. Biker müssen nicht mehr absteigen, um Zäune zu passieren, und Bauern müssen nicht mehr Angst haben, das Kühe durch offene Tore entkommen.

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Eymann erstellte 2014 einen ersten Prototyp.

Eymann erstellte 2014 einen ersten Prototyp.

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Das Verhältnis zwischen Bikern und Bauern ist kein einfaches. Oft ärgern sich Biker über Zäune, bei denen sie in ihrem Flow gestört werden und absteigen müssen, Bauern dagegen ärgern sich über die offengelassenen Zaundurchgänge der Biker. So musste etwa der Zweisimmer Bauer Stefan Wüthrich schon während einiger Stunden entlaufene Kühe einfangen. «Das hat mich aufgeregt», so der Bauer.

Doch damit ist es nun vorbei. Auf Wüthrichs Alp, der Vorderi Schneit, stehen seit kurzem drei Eywerks-Tore. Diese wurden vom Grindelwaldner Alex Eymann entwickelt. Auf die Idee kam Eymann 2014. «Als leidenschaftlicher Biker ärgerte ich mich, dass ich auf einem Bike-Trail innerhalb von 200 Metern wegen Zäunen dreimal vom Bike absteigen musste», so der 42-Jährige. Das könne doch nicht die Lösung sein, dachte er. Also begann er, zu tüfteln. Und mit dem Ergebnis ist Bauer Wüthrich sehr zufrieden: «Seit die Tore stehen, ist mir keine Kuh entlaufen.»

Schwerkraft als Lösung

Schnell erfand Eymann einen ersten Prototypen. Doch kaum fertig, fielen ihm weitere Verbesserungsmöglichkeiten ein. «Mittlerweile bin ich bei der achten Generation angelangt.» Seine Tore funktionieren mittels Schwerkraft – das Tor öffnet sich, wenn ein Biker dagegenfährt, und schliesst sich anschliessend von selbst. Wird das Tor in einen Kuhzaun eingebaut, kann es elektrisch geladen werden, damit die Kühe nicht entlaufen.

Auch Samuel Hubschmid, Präsident der Non-Profit Organisation trailnet.ch, die sich für die Bedürfnisse von Mountainbikern einsetzt, hat schon Erfahrungen mit Eymanns Toren gemacht. «Sie sind wirklich super», so Hubschmid. Auch Kinder könnten ohne Probleme durchfahren. Er sieht auch einen weiteren Vorteil in den Toren: «Sie fördern das friedliche Miteinander von Wanderern und Bikern.»

Seit kurzem kann Eymann mit seinem Tor auch in Serien-Produktion gehen. «Würde jemand hundert Tore bestellen, so könnte ich diese innert kurzer Zeit liefern», so Eymann. In seiner Garage baut er die Kunststoffteile zusammen, die zuvor in Spiez hergestellt wurden. «Dafür brauche ich etwa eine Stunde», so Eymann.

Sölden und Davos machen es vor

Erste Erfolge hat er mit seinen Toren in Davos und Sölden bereits feiern können. «Die Rückmeldungen sind sehr positiv», so Eymann stolz. «Momentan opfere ich meine Freizeit und unsere Autogarage für die Erfindung.» Die Unterstützung in der Familie sei allerdings gross. «Ohne sie würde es nicht gehen.» Sein Antrieb bleibe aber die «Leidenschaft zur Verbesserung» und das Mountainbiken.

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