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Absturz in KolumbienDer Held von Flug 2933

Ein Fehler in der Elektronik soll den Absturz von Flug 2933 verursacht haben. Nur eine mutige Aktion des Piloten verhinderte, dass der Flieger explodierte.

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Das ist das letzte Foto von Flugkapitän Miguel Quiroga (r.). Am 29. November 2016 kam er beim Absturz von Flug CP 2933 in der Nähe von Medellín in Kolumbien ums Leben.

Das ist das letzte Foto von Flugkapitän Miguel Quiroga (r.). Am 29. November 2016 kam er beim Absturz von Flug CP 2933 in der Nähe von Medellín in Kolumbien ums Leben.

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Die gesamte Crew vor dem Abflug. Wie nun bekannt wurde, hatte Pilot Quiroga vor dem Absturz Treibstoff abgeworfen.

Die gesamte Crew vor dem Abflug. Wie nun bekannt wurde, hatte Pilot Quiroga vor dem Absturz Treibstoff abgeworfen.

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Die Flugkontrolleure am Flughafen Medellín beobachteten auf dem Radar, wie die Maschine zweimal einen Kreis flog.

Die Flugkontrolleure am Flughafen Medellín beobachteten auf dem Radar, wie die Maschine zweimal einen Kreis flog.

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Kurz bevor das Flugzeug mit der brasilianischen Fussballmannschaft Chapecoense an Bord vom Radar verschwand, meldete Kapitän Miguel Quiroga dem Kontrollturm des Flughafens von Medellín Probleme mit der Elektronik. Die Flugkontrolleure beobachteten noch auf ihren Bildschirmen, wie die Maschine zweimal im Kreis flog — Sekunden später stürzte sie ab.

Der erfahrene Pilot habe in dieser Zeit Treibstoff abgelassen, um eine grössere Tragödie zu vermeiden, erklären Flugexperten dem Nachrichtendienst «DC Esportes». Quiroga habe mit diesem Manöver verhindert, dass die Maschine bei der Notlandung explodierte. Mit Erfolg: Seine heldenhafte Aktion rettete sechs Menschen das Leben. Er selber kam zusammen mit seinem Kopiloten Gustavo Encina ums Leben.

Schwierige Bergungsaktion

Einer der Feuerwehrmänner, der als Erster die Unfallstelle erreichte, erzählt der kolumbianischen Zeitung «El Tiempo» von der äusserst komplexen Bergungsaktion. Die Maschine sei in einer schwer zugänglichen Bergregion abgestürzt, sagte Misael Cadavid. Das Bergungsteam habe eine halbe Stunde zu Fuss gebraucht, bis es im dichten Nebel und Regen an den Unglücksort gelangen konnte.

«Wir mussten einen fast 80 Grad steilen Hang hinaufklettern, um dann wieder 500 Meter hinunterzusteigen», so Cadavid weiter. Der Flieger war an einem 200 Meter hohen Hügel zerschmettert worden. «Der Boden ist an dieser Stelle sehr unstabil, was die Bergungsarbeiten noch mehr erschwerte», sagte der Retter. In unmittelbarer Nähe zur Unfallstelle habe es keine Spuren von Treibstoff gegeben.

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