Der Herzinfarkt kommt bestimmt
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Der Herzinfarkt kommt bestimmt

Immer mehr Jugendliche steuern frühzeitig auf einen Herzinfarkt im späteren Leben zu.

Unter den Heranwachsenden drohe sich Übergewicht, das neben Rauchen zu den gefährlichsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zähle, rasant auszubreiten, warnen die Deutsche Herzstiftung, die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und das Deutsche Krebsforschungszentrum aus Anlass des Weltherztages am kommenden Sonntag. Die Experten fordern daher, bereits in Schulen effektive Schutzmassnahmen zu etablieren.

«Der Ernährungsunterricht muss endlich einen angemesseneren Platz im Lehrplan erhalten», verlangen die Organisationen. Zudem solle für ein gesundheitsförderndes Angebot an Pausen-Mahlzeiten gesorgt werden. Anstatt fettreicher und süsser Gebäckteilchen sollten auf dem Schulgelände Obst, Vollkornbrote und Salate verkauft werden. Auch der Sportunterricht solle einen höheren Stellenwert erhalten. «Aus medizinischer Sicht ist die Zahl der wöchentlichen Sportstunden dringend zu erhöhen», betont der Chefarzt im Herzzentrum Bad Krozingen, Helmut Gohlke. Und schliesslich müsse bundesweit das Rauchen auf Schulgeländen konsequent verboten werden.

Jedes Jahr erleiden in Deutschland 270.000 Menschen einen Infarkt. Verantwortlich ist meist eine Verkalkung der Herzkranzgefässe, die über Jahre fortschreitet und die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels kontinuierlich einschränkt. Ausgelöst wird diese bedrohliche Entwicklung vor allem durch Rauchen und Übergewicht, in dessen Folge es zu Bluthochdruck, Störungen des Fettstoffwechsels und Diabetes mellitus kommt.

Immer häufiger sind solche Risikofaktoren aber nicht nur bei Erwachsenen anzutreffen, sondern auch schon im Kindes- und Jugendalter. «11 bis 15 Prozent der Schulanfänger haben heute bereits Übergewicht», betont Gohlke. Es sei zu befürchten, dass Deutschland dem Trend der USA folge, wo sich der Anteil übergewichtiger Kinder seit den 60er Jahren mehr als verdreifacht habe. Die Betroffenen haben nach Angaben des Experten im Vergleich zu normalgewichtigen Altersgenossen ein etwa drei- bis fünffach erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, ehe sie 65 Jahre alt werden. (dapd)

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