Pistole statt Taser: Der Hilfssheriff hätte keine Waffe tragen dürfen
Aktualisiert

Pistole statt TaserDer Hilfssheriff hätte keine Waffe tragen dürfen

Ein Polizist zückte statt des Tasers die Schusswaffe und tötete einen Flüchtigen. Nun gibt es Ungereimtheiten bei der Polizei. Die Rede ist von gefälschten Zertifikaten und Dokumenten.

von
dia

Ein Polizeivideo zeigt den Einsatz, bei welchem Eric Harris ums Leben kam. Quelle: Reuters.

Eine misslungene Undercover-Operation im US-Bundesstaat Oklahoma am letzten Sonntag hat die Diskussionen um Machtmissbrauch der Polizei in den USA weiter angeheizt.

Der 44-jährige Eric Harris versucht, Beamten eine illegal erworbene Waffe zu verkaufen. Als Verstärkung eintrifft, flieht der Mann. Die Beamten können ihn überwältigen. Dann fällt ein Schuss. Harris wird tödlich getroffen. Hilfssheriff Robert Bates hat nach eigenen Angaben die Schusswaffe mit einem Taser verwechselt. Eine Sonnenbrillen-Kamera zeichnet die ganze Aktion auf.

Gefälschte Dokumente

Die neusten Enthüllungen der Lokalzeitung «Tulsa World» werfen kein gutes Licht auf die örtliche Polizei. Laut dem Bericht hätte der 73-jährige Reservepolizist gar keine Waffe tragen dürfen, da ihm die nötigen Qualifikationen fehlten.

So seien Vorgesetzte nach dem Vorfall angewiesen worden, über die absolvierten Trainings des Mannes zu lügen. Die Zeitung bezieht sich auf anonyme Quellen, wonach drei Personen versetzt wurden, weil sie sich geweigert hatten, Trainingsaufzeichnungen zu fälschen. Dabei soll es sich um Waffenzertifikate und Polizeitrainings gehandelt haben.

Polizei dementiert

Der Polizeichef weist die Vorwürfe zurück. Es handle sich dabei um Gerüchte, die mit der Wahrheit nichts zu tun hätten. Im lokalen Radio sagte Sheriff Stanley Glanz, dass Bates ein Zertifikat für drei Waffen habe. Dazu gehöre diejenige, aus der der tödliche Schuss abgegeben worden sei. Allerdings könne man die Unterlagen nicht mehr finden. Die Person, die die Bescheinigung ausstellte, arbeite nicht mehr dort. Man werde mit ihr sprechen und schauen, wo die Dokumente verblieben sind.

Auch Bates selbst widerspricht den Darstellungen. Er habe einen fünftägigen Mordaufklärungskurs in Dallas besucht sowie ein Schusstraining absolviert, schreibt er in einer Stellungnahme. Laut der Zeitung gibt es aber auch hier keine Aufzeichnungen darüber.

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