Aktualisiert 31.10.2011 22:27

Kicken bis der Arzt kommtDer Hitzfeld in dir

Selber ein tolles Fussballstadion bauen? Mit dem FC Zürich Manchester United schlagen? GC eigenhändig vor dem Abstieg bewahren? Der «FIFA Manager 12» machts möglich. Aber Obacht: Suchtgefahr!

von
Philipp Dahm

«Electronic Arts» (EA) neuer

FIFA Manager 12 ist da: 700 Neuerungen gibt es im Vergleich zum Vorgänger und auf die Wünsche der Fans hat der Spiele-Entwickler dieses Mal besonders Rücksicht genommen. Die Zocker konnten Vorschläge machen, von denen die besten übernommen wurden: Endlich kann man ein komplett neues Stadion bauen, am Anfang der Saison einen Laktattest bei den Spielern durchführen, Amateure zum Probetraining einladen oder seine Spieler-Beobachtungslisten bei einem Vereinswechsel mitnehmen.

Die Qual der Wahl: 4722 Clubs mit 37 985 Spielern

Vor allem aber kann der Spieler seinem Lieblingsclub auf die Sprünge helfen. Wieso sollten sich FC-Basel-Fans eigentlich mit einem Unentschieden bei Manchester United zufrieden geben? Anhänger des FC Zürich dürfen dagegen beweisen, dass sie die Mannschaft weiter nach oben bringen als Coach Urs Fischer. Der Spieler übernimmt dabei, so er denn will, alle Aufgaben, die ausser dem Kicken selbst anfallen. Als Geschäftsführer kümmert er sich um die Clubfinanzen, wobei es neu eine «Sponsorenpyramiden» mit mehreren, unterschiedlichen Geldgebern gibt. Auch der Stadionname kann im Gegensatz zum FM11 vermarktet werden.

Als Sportdirektor kümmert sich der Spieler um die richtigen Trainer für Profis, Amateure, Jugend und die Goalies. Und natürlich um das richtige «Spielermaterial»: 37 985 Kicker stehen im FM 12 in 4722 Vereinen zur Auswahl. Neu steht die «Kaderanalyse» zur Verfügung, bei der der Computer Schwachstellen im Team findet und Vorschläge für abzugebende Spieler macht. Und natürlich darf der geneigte Manager zusätzlich noch den Job von Ottmar Hitzfeld oder anderen Nationalmannschaftstrainern übernehmen: Die Schweiz könnte sich also doch noch für die kommende Europameisterschaft qualifizieren.

3D-Match: Optisch ähnlich, aber in der Logik verbessert

In der Funktion des Coachs kümmert sich der Spieler dann um die erste und die zweite Mannschaft sowie um die Jugendteams. Wie bei früheren FM-Versionen gibt es wieder vier Trainingseinheiten, die individuell gestaltet werden können. Den Nachwuchsspielern können sie Mentoren zuweisen, die deren Trainingsfortschritt beschleunigen. Im Gegensatz zum Vorgänger wird nun direkt neben dem Spielernamen angezeigt, dass der Jungkicker einen Mentor hat. Neu ist auch, dass der Nachwuchs nun auch in unterklassigen Ligen wechselt, wenn er entsprechende Angebote bekommt, um sich dort in Ruhe weiterzuentwickeln.

Wer die Vorbereitung überstanden hat, muss das erste Match bestreiten. Bei einer Sofortberechnung kann neu die Geschwindigkeit derselben geregelt werden, im Textmodus sind die Programmierer zur alten «Schritt-für-Schritt-Version» zurückgekehrt. Hier wie auch im 3D-Spiel verspricht EA eine grössere Auswirkung der Spielerattribute: Wenn Sie im rechten Mittelfeld mit einem schnellen Dribbler spielen, sollten Sie ihn beim Match vermehrt bei Sprints und Versuchen beobachten können, am Gegenspieler technisch sauber vorbeizuziehen. Situationen wie im FM11, bei denen ein Stürmer alleine aufs Tor zuläuft, um dann einen Rückpass zu spielen, gehören im überarbeiteten 3D-Spiel der Vergangenheit an. Ausserdem kann nun beim Match ein Kicker direkt angeklickt und mit taktischen Aufgaben betreut werden.

Vereinsgelände: 25 Gebäudetypen mit 289 Ausbaustufen

Im neuen Look präsentiert sich auch die Infrastruktur des Vereins: Endlich steht das Stadion auch bei den anderen Gebäuden, die ein Verein so braucht. Trainingsplätze oder Fanshops können noch weiter ausgebaut werden als beim Vorläufer: Für 25 Gebäudetypen gibt es insgesamt 289 Stufen und teilweise bedingt eine Erweiterung die andere. So müssen sie beispielsweise erst ihre medizinische Abteilung aufrüsten, bevor sie ihr Wellness-Center für ihre Kicker ausbauen können. Das einzige Manko: Die Gebäude (und Strassen) können nicht mehr wie im FM11 in «Sim City»-Manier frei gesetzt werden.

Eine weitere Neuerung, die positiv hervorgehoben werden muss, ist die Jahreshauptversammlung. Trainer in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich müssen sich hier den Mitgliedern und dem Präsidium stellen, was je nach Tabellenplatz auch schwierig sein kann. Weitere kleinere Verbesserungen runden den positiven Ersteindruck ab: Unterbezahlte Spieler beschweren sich über ihren Lohn, Vereine versuchen Spieler zu verkaufen, die nur noch einen Vertrag für ein Jahr haben und die Zeiten, in denen ein computergesteuerter Club fünf Top-Goalies kauft, aber keine neuen Stürmer, sind auch vorbei.

Unser Fazit

In Sachen Optik gleicht der FM12 seinem Vorgänger stark, doch der Teufel steckt im Detail. Es sind die kleinen Neuerungen, die am Ende den Spielfluss erhöhen – und somit auch den Spielspass. Dem 3D-Spiel merkt man die Grundüberholung an, obwohl die Grafik ähnlich wie beim FM11 ist. Aber dafür benehmen sich die Kicker «logischer»: Wer seine Mannschaft taktisch genau einstellt, hat auch gegen die «Grossen» eine Chance. Der Suchtfaktor des FM12 ist riesig: Wenn die Abhängigkeit nicht von Bugs getrübt wird, werden die Gamer mit dem neuesten EA-Produkt viel Vergnügen haben.

EA hat 20 Minuten Online einige Leckerbissen zur Verfügung gestellt: Gewinnen Sie unter diesem Link ein FC-Luzern-Trikot, eines von fünf FM-12 Spielen oder zwei gerahmte FM12-Bilder – allesamt von Murat Yakin unterschrieben.

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