Ligaerhalt: Der HSV ist der Glückspilz der Barrage-Spiele
Aktualisiert

LigaerhaltDer HSV ist der Glückspilz der Barrage-Spiele

Der Bundesliga-Dino versucht wie im Vorjahr, per Relegation die Klasse zu halten. Mehr Glück als 2014 kann der HSV gar nicht beanspruchen.

von
hua
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HSV-Sportchef Peter Knäbel (rechts) erlebt bei den Hamburgern eine schwierige erste Saison. Das Allerschlimmste, der Abstieg, ist zumindest vorerst abgewendet.

HSV-Sportchef Peter Knäbel (rechts) erlebt bei den Hamburgern eine schwierige erste Saison. Das Allerschlimmste, der Abstieg, ist zumindest vorerst abgewendet.

epa/Daniel Bockwoldt
Trainer Bruno Labbadia hat erst im April die Führung der Hamburger Mannschaft übernommen und geniesst das Vertrauen seines Sportchefs.

Trainer Bruno Labbadia hat erst im April die Führung der Hamburger Mannschaft übernommen und geniesst das Vertrauen seines Sportchefs.

epa/Daniel reinhardt
In der Relegation muss der HSV gegen den Karlsruher SC ran, Tabellendritter der 2. Bundesliga. Der KSC hat grosse Pläne gegen den Bundesliga-Dino.

In der Relegation muss der HSV gegen den Karlsruher SC ran, Tabellendritter der 2. Bundesliga. Der KSC hat grosse Pläne gegen den Bundesliga-Dino.

Screenshot Twitter

Der Hamburger SV ist Kult. Er war sechsmal deutscher Meister, der letzte Triumph ist aber lange her: Er rührt von 1983. Im gleichen Jahr gewannen die Hanseaten zudem den Europapokal der Landesmeister (die heutige Champions League), zum ersten und einzigen Mal. Mit dabei waren Legenden wie Horst Hrubesch, Felix Magath – er schoss im Final den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg gegen Juventus Turin – und Uli Stein im Tor. 1987 gewannen die Hamburger den DFB-Pokal – seither darbt der Traditionsverein, die goldenen Zeiten sind vorbei.

Der HSV findet sich sogar regelmässig am anderen Ende der Tabelle wieder. So muss sich der 1887 gegründete Verein heuer bereits zum zweiten Mal in Serie über die Barrage retten, um der einzige Bundesligaklub zu bleiben, der in der 52-jährigen Geschichte der Liga noch nie abgestiegen ist. Im vergangenen Jahr brauchten die Hanseaten dazu sehr viel Glück, denn letztlich entschied bei zwei Remis ein einziges Auswärtstor darüber, dass sie erstklassig blieben. Das ist Rekord: So wenige Tore hatten zuvor in einer Barrage nie zum Klassenerhalt gereicht.

Hoffnungsträger ist angeschlagen

Das Hinspiel in Norddeutschland gegen den dritten der 2. Bundesliga, Greuther Fürth, hatte 0:0 geendet, das Rückspiel in Fürth ging 1:1 aus. Der goldene HSV-Torschütze hiess Pierre-Michel Lasogga. Auf dem Stürmer liegen auch beim heutigen Spiel gegen den Karlsruher SC die Hoffnungen. Lasogga ist aber angeschlagen, seine rechte Schulter schmerzt, ein Einsatz heute (20.30 Uhr, ARD) ist fraglich. Im Rückspiel am Montag ist der Einsatz des 23-Jährigen wahrscheinlicher.

«Der Druck ist weg. Beim Bundesliga-Finale hatten wir das Schicksal nicht mehr in eigener Hand, jetzt aber schon. Wir haben Grund, stolz zu sein auf das, was wir in den letzten Wochen erreicht haben», so lauten die Durchhalteparolen von Sportchef Peter Knäbel.

Auch Stürmer Ivica Olic ist optimistisch: «Wir nutzen unsere Chance und bleiben drin. Davon bin ich überzeugt.» Trotzdem bleibt der Kroate Realist, wie er zu Sportbild.de sagte: «Das wird schwer für uns.» Der Stürmer windet zudem Trainer Bruno Labbadia ein Kränzchen, er habe das Maximum aus der Mannschaft herausgeholt. «Wir haben gegen Schalke wieder eine starke Präsenz auf dem Platz gezeigt, waren spielerisch und in den Zweikämpfen überlegen. Unter ihm haben wir eine Linie.»

Djourou mit Gelb vorbelastet

Labbadia kann in den kapitalen Barrage-Partien weiterhin auf den Schweizer Innenverteidiger Johan Djourou zählen. Der 28-Jährige ist fit und will den Abstieg mit aller Kraft verhindern. Er muss aber aufpassen, dass er nicht überdreht, denn er ist mit einer Gelben Karte vorbelastet. Holt er sich eine weitere im Hinspiel, ist er am Montag gesperrt. Wohl nicht zum Einsatz kommen wird Landsmann Valon Behrami. Der 30-Jährige laboriert noch immer an einer Oberschenkelzerrung.

Übrigens könnte die Statistik zwischen HSV und KSC kaum ausgeglichener sein. In 55 Duellen gewannen beide Teams je 18 Partien, 19 Spiele endeten unentschieden. Doch der HSV wird sich davor hüten, ein weiteres Mal in der Barrage mit zwei minimalistischen Remis die Klasse zu halten. So viel Glück hat man nur einmal.

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