29.03.2016 02:54

Movie Camp in Basel

«Der intensivste Workshop der Welt für Jungfilmer»

Ein Hauch von Hollywood in Münchenstein: Im Movie Camp des Basler Produzenten Giacun Caduff lernte der Filmnachwuchs von den Profis. Das gefällt sogar einem Oscar-Gewinner.

von
fh

Leo liegt abgeschnitten von der Aussenwelt in einem Spitalbett. Die Sicht zum Fenster versperrt ihm eine Trennwand zum nächsten Patienten, das Bild an der Wand findet er zum Kotzen: So beginnt der Kurzfilm «Windwo» des 14-jährigen Elia Grunder. Zusammen mit Kollegen und einem Filmprofi als Betreuer hat er die berührende Geschichte des Patienten Leo, der im Spital eine besondere Bekanntschaft macht, vvergangene Woche im Movie Camp zu einem knapp neunminütigen Streifen verdichtet.

«Ich bin im Internet auf die Story gestossen und habe sie dann mit der Hilfe von meinen Teamkollegen und einem Betreuer verändert und zum Drehbuch umgeschrieben» erzählt Elia Grunder, der bereits zum dritten Mal mit von der Partie war. Während einer Woche im Basler Movie Camp lernten die filmbegeisterten Teilnehmer, was es heisst, zielorientiert zu arbeiten und für ihr eigenes Projekt einzustehen. «Ich finde es toll, dass wir professionell geschult und von den Instruktoren respektiert werden», sagt Elia. Dies würde sie für die Zukunft und auf eine eventuelle Karriere als Regisseur vorbereiten.

Neun Kurzfilme in fünf Tagen

Das Movie Camp ist laut Medienmitteilung «vielleicht der intensivste Workshop für Jungfilmer der Welt». Gewiss aber ist das Tageslager für den Schweizer Filmnachwuchs hierzulande einzigartig. «Es war wie jedes Jahr eine intensive Woche», sagt Camp-Leiter Michael Kempf. In nur fünf Tagen haben 62 Kinder und Jugendliche mit ihm und dem Basler Produzenten Giacun Caduff neun Kurzfilme gedreht und produziert.

Nach nur einem Tag Theorie mit intensivem Film-Crashkurs wurden die mitgebrachten Geschichten der Teilnehmer ausgewählt und in spannende Drehbücher verwandelt. Mit dem Produktionsplan in der Tasche und Top-Equipment in der Hand drehten die Jungregisseure ihre Kurzfilme, die in Folge geschnitten und gemixt wurden. «Im Vergleich zum letzten Jahr gab es viel mehr junge Teilnehmer im Alter von acht bis zwölf Jahren», bilanziert Kempf.

Oscar-Regisseur lobt Jungtalente

Dies tat der Motivation und der Konzentration innerhalb der Gruppen jedoch keinen Abbruch. «Selbst die jüngsten Teilnehmer waren jeden Tag zu 100 Prozent dabei», sagt Kempf. Viele der Kinder und Jugendlichen könnten es kaum erwarten, nächstes Jahr wieder dabei zu sein. Neben vielen interessierten Teilnehmern begeistert das Movie Camp sogar einen oscar-prämierten Regiesseur. In einem Facebook-Post gratuliert Xavier Koller den Teilnehmern des Camps zu ihrer Leistung.

Am Gässli Film Festival, das ebenfalls von Caduff und Kempf organisiert wird, werden die Kurzfilme der Jung-Filmemacher kommenden Sommer auf der grossen Leinwand öffentlich vorgeführt.

Das Making-of vermittelt einen Einblick in das abwechslungsreiche Programm des Movie Camps.

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