Aktualisiert 19.12.2006 17:02

«Der Irak steht kurz vor der Auflösung»

Dem Irak droht nach einer Analyse der renommierten International Crisis Group (ICG) der Zerfall. «Das Land und seine Institutionen drohen im Chaos zu versinken», heisst es in Bericht der unabhängigen Organisation.

Dadurch werde die Stabilität der gesamten Region bedroht, heisst es im Bericht weiter. Gemäss ICG ist die Empfehlung der Baker-Kommission für eine neue Irak-Strategie der US-Regierung ein «erster wichtiger Schritt», jedoch «vollkommen unzureichend», um den Zerfall des Irak und einen regionalen Krieg zu vermeiden.

Die US-amerikanische Baker-Kommission hatte vor allem den Abzug eines Grossteils der US-Truppen aus dem Irak vorgeschlagen sowie einen Dialog Washingtons mit Syrien und dem Iran.

«Alle politischen Akteure im Irak, die in die Gewalt verwickelt sind, müssen an den Verhandlungstisch geholt und unter Druck gesetzt werden, einen Kompromiss zu akzeptieren», schlägt die International Crisis Group vor.

Zahlreiche Akteure

Die irakische Regierung und die Sicherheitskräfte dürften nicht als «Verbündete» behandelt werden, die als einzige Unterstützung genössen. Sie müssten vielmehr als «Teil der zahlreichen Akteure des Konflikts» angesehen werden.

Eine Konferenz müsse alle irakischen und internationalen Beteiligten zusammenbringen; in den politischen Prozess müssten auch die Milizen und Aufständischen integriert werden. Der Irak sei «keine militärische Herausforderung», bei der es einen Sieger und einen Verlierer gebe, heisst es in dem Bericht.

Vielmehr gehe es um «eine politische Herausforderung, die einer neuen nationalen Verständigung» bedürfe, etwa über Themen wie den Föderalismus, den Zugang zu Bodenschätzen, die Auflösung der Baath- Partei von Saddam Hussein, die Amnestie und den Zeitplan für einen US-Truppenabzug. (sda)

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