Islam-Debatte: «Der Islamische Zentralrat ist eine Gefahr»
Aktualisiert

Islam-Debatte«Der Islamische Zentralrat ist eine Gefahr»

Jakob Büchler, Präsident der nationalrätlichen Sicherheitskommission, sieht im Islam-Prediger Pierre Vogel und dem Islamischen Zentralrat IZRS eine neue Bedrohung für die Schweiz.

von
Désirée Pomper

Herr Büchler*, begrüssen Sie es, dass der deutsche Islam­pre­diger Pierre Vogel im Volkshaus Zürich nicht auftreten darf?

Ich hätte genauso entschieden. Man darf solchen provokativen Extremisten keine Plattform bieten. Mit seinen radikalen Einstellungen vertieft er nur den Graben zwischen Christen und Mus­limen.

Sollte das Bundesamt für Migration erneut ein Einreiseverbot verhängen?

Es ist keine Dauerlösung, Einreiseverbot um Einreiseverbot zu verhängen. Vogel wird immer wieder versuchen, in die Schweiz zu gelangen. Deshalb wäre ein langfristiges Einreiseverbot von mehreren Jahren durchaus sinnvoll.

Pierre Vogel wurde vom Islamischen Zentralrat Schweiz eingeladen. Was ist von dieser ­Organisation zu halten?

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Gruppe eine sicherheitspolitische Gefahr für die Schweiz darstellt. Es handelt sich um eine neue Bedrohung, die man so bisher nicht kannte. Die Radikalisierung junger moderater Muslime könnte zu religiösen Aus­ei­nandersetzungen führen. Hasstiraden, Demonstrationen, Randale oder gar Schlimmeres bringen weder Christen noch Muslimen etwas. Um Ruhe und Sicherheit zu gewährleisten, muss die Organisation im Auge behalten werden.

Was heisst das genau?

Die Organisation muss beobachtet und im Falle weiterer Provokationen vom Sicherheitsdienst überwacht werden. Strafrechtlich kann man erst gegen die Gruppe vorgehen, wenn etwas passiert.

*Jakob Büchler ist CVP-Nationalrat und Präsident der nationalrätlichen Sicherheitskommission.

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