David Zibung: «Der junge Bursche ist richtig lustig»
Aktualisiert

David Zibung«Der junge Bursche ist richtig lustig»

Der FC Luzern macht dank dem Tor von Mahmoud Kahraba gegen GC «Big Points» und mischt an der Tabellenspitze mit. Für Goalie David Zibung ist aber erst die Basis gelegt.

von
Eva Tedesco

FCL-Goalie David Zibung äussert sich zum Sieg gegen GC im Letzigrund. (Video: 20 Minuten)

«Das Tor liebt mich und ich liebe die Tore», sagt Mahmoud Kahraba in gebrochenem Englisch, lacht dabei aber über das ganze Gesicht. So schlecht die Sprachkenntnisse des 19-jährigen Offensivspielers in den Reihen des FCL sind, so sicher weiss der Ägypter, wo die Tore stehen. Das Siegtor zum 2:1 am Samstag gegen GC im Letzigrund war bereits der vierte Saisontreffer Kahrabas im achten SL-Spiel.

Mit dem jungen Ägypter könnte in Luzern eine neue Attraktion heranwachsen. Neben seiner Präsenz auf dem Platz und seiner wirbligen Art fällt er vor allem mit seiner Effizienz auf. Im Letzigrund stand er nicht einmal acht Minuten auf dem Platz (er kam in der 78. Minute für Rangelov) bis er zum 2:1 traf. Jamir Hyka spielte einen klugen Pass in die Tiefe direkt in den Lauf des 19-Jährigen, der den Ball stilsicher im Tor versenkte.

Bernegger spart mit Lob

Trainer Carlos Bernegger freute sich über seine Einwechslung, aber auch für den jungen Ägypter. Zu viel Lob war dem FCL-Trainer dennoch nicht abzuringen. Bernegger lacht und sagt: «Wir müssen Ruhe bewahren und nicht zu viel darüber reden, sonst wird es schwierig, ihn zu halten». Der FCL-Trainer hat Kahraba, der im Sommer zu den Innerschweizern stiess, langsam an die Mannschaft herangeführt.

Nach Teileinsätzen gegen Basel (1:1), St. Gallen (1:4) und Thun (1:1) stand er zuletzt viermal in Folge in der Startelf und traf ausser beim 0:3 gegen Sion in jedem Spiel. Sowohl beim 2:0-Sieg beim FCZ (39. Minuten zum 1:0) wie beim 1:1 gegen YB (5. Minute zur 1:0-Führung) und auch beim 1:0-Sieg gegen Lausanne (7.) zeichnete sich Kahraba als Torschütze aus. Und jedes Mal war es entweder der wichtige Führungstreffer oder wie in Lausanne und nun gegen GC das spielentscheidende Tor.

Kahraba und die Lektion über Kälteschutz

«Der junge Bursche ist richtig lustig. Der friert, wenn er am Morgen aus dem Bett kommt und friert, wenn er am Abend ins Bett geht, kommt hierher und macht das wichtige Tor. Und es war nicht einfach so nach 78 Minuten ins Spiel zu kommen, aber man hat gesehen, dass er im Kopf bereit ist und der Mannschaft helfen wollte», sagt Goalie David Zibung über seinen Mitspieler. Und er verrät auch, was ihm die Mannschaft gegen die Kälte geraten hat. «Wir haben ihm einfach gezeigt, wie man sich anzieht, wenn es in der Schweiz kälter wird.»

Speziell war die Partie auch für Zibung. Für den FCL-Keeper war es das erste Aufeinandertreffen mit Izet Hajrovic nach dem fatalen Zusammenstoss im Hinspiel (0:2) am 25. September, das für den Goalie im Spital geendet hat. Nachdem es vor dem Spiel zu keinem Wiedersehen kam – Zibung war schon draussen, ehe der GC-Flügel sich hinten in der Reihe der einlaufenden Teams im Kabinengang einreihte – bekamen es die beiden erst in der 39. Spielminute miteinander zu tun. Ein Schuss von Hajrovic machte dem FCL-Goalie kein Kopfzerbrechen. Zu einem weiteren Duell kam es nicht mehr: Hajrovic musste zur Pause vom Platz.

Das Warten auf einen Sieg im Letzigrund

«Ich habe keine Rachegelüste. Wir wollten uns nur für die Heimniederlage revanchieren», sagte Zibung im Vorfeld der Partie im Interview mit 20 Minuten. Er ging als Sieger aus dem Duell heraus. «Die Zuschauer haben einen guten Spitzenkampf gesehen, auch wenn es bei den tiefen Temperaturen nicht ganz einfach war. Das macht uns zuversichtlich für die kommenden Spiele, auch wenn wir wissen, dass dieser Sieg lediglich die Basis ist, denn es wird einem Nichts geschenkt – in keinem Spiel.»

«GC ist im September in die Swissporarena gekommen und hat uns drei Punkte «gestohlen». Unser Ziel war, dass wir in den Letzigrund kommen und uns diese drei Punkte wieder zurückholen und das haben wir erreicht. Wir sind aber auch froh darüber, dass wir beweisen konnten, dass wir gegen so eine gute Mannschaft bestehen können – auch im Letzigrund.»

Mit Betonung: Denn der letzte Sieg der Leuchten im Letzigrund lag schon eine geraume Zeit zurück. Es war ein 1:0-Sieg noch unter Trainer Murat Yakin in der 7. Runde der Saison 2011/12.

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