Aktualisiert 26.07.2011 19:30

Düstere Wetterbilanz

Der kälteste Juli seit 1980

Zu nass, zu kalt, zu wenig Sonne: Der Ferienmonat Juli wird in vielen Regionen der Schweiz mit Extremwerten in die Wetterstatisik eingegen. In Zürich war es sogar der kälteste Juli seit 31 Jahren.

von
hag
Wie hier am Schwing- und Aelplerfest auf der Rigi durfte regenfeste Kleidung im Juli nicht fehlen.

Wie hier am Schwing- und Aelplerfest auf der Rigi durfte regenfeste Kleidung im Juli nicht fehlen.

Die Skeptiker unter den Wetterfröschen sahen es voraus: Der Sommer 2011 fand bereits im April statt. Nach mehreren Tagen im April mit Temperaturen von über 30 Grad, wurde der Juli seinem Ruf als Sommermonat nicht gerecht.

Denn in vielen Orten der Schweiz wird der Monat Juli als Extremmonat in die Wetterstatistik eingehen. So lagen die Temperaturen klar unter Durchschnitt. Die Regenmenge in einigen Regionen war zwei Mal höher als im langjährigen Mittel.

Kältester Juli seit 1980

Die durchschnittliche Temperaturabweichung für die ganze Schweiz lag im Juli zwischen 0,4 bis 1,5 Grad unter dem langjährigen Schnitt. «Es war also rund ein Grad zu kühl», so Adrina Müller von Meteonews.

In Zürich lag die Durchschnittstemperatur bei 16,8 Grad und 0,8 Grad unter dem langjährigen Monatsmittel von 17,6 Grad. Damit war es der kälteste Juli in Zürich seit 1980. Damals lag die Temperatur in der Limmatstadt bei 14,9 Grad, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Noch markanter war die Temperaturdifferenz in der Westschweiz. In Genf war es im Juli sogar 1,5 Grad kühler als in den vergangenen Jahren.

StationTemperaturmittel Juli 11 (°C)langjähriges Temperaturmittel (°C)Temperaturabweichung (°C)Bern16.617.5-0.9Chur17.317.7-0.4Genf17.819.3-1.5Lugano20.921.1-0.2St. Gallen14.916.1-1.2Zürich Flughafen16.817.6-0.8

Doppelte Regenmenge in Lugano

Die Niederschlagsmenge lag im Juli in der ganzen Schweiz um etwa 50 Prozent über der durchschnittlichen Regenmenge. Wobei der Süden fast doppelt so viel Regen abbekommen hat als «normal». In Lugano lag die Regenmenge bis heute bei 251,9 mm/qm. Im Durchschnitt fallen dort im Juli aber nur 133 mm/qm. In Zürich waren es immerhin noch 77 Prozent über «Normal».

Aus der hohen Regenmenge folgt fast zwangsläufig, dass die Zahl der Sonnenstunden im Juli weit unter dem Mittel lag. Im Durchschnitt schien in der ganzen Schweiz die Sonne um 25 Prozent weniger - in der Sonnenstube Tessin genauso wie im Norden. Am härtesten traf es die Bewohner von Chur. Sie kommen in einem durschnittlichen Juli auf 204 Sonnenstunden. Bis heute waren es gerade einmal 127.

StationNiederschläge Juli 11 (mm)langjähriges Mittel (mm)Niederschlagsabweichung (%)Bern105.81042Chur129.59635Genf99.35871Lugano251.913389St. Gallen199.315231Zürich Flughafen187.510677

Nur ein Hitzetag im Juli

Noch schlimmer sieht die Bilanz bei den Hitzetagen aus. Also jene Tage, an denen die Temperatur auf über 30 Grad klettert. In Zürich wurde diese Marke nur an einem Tag geknackt. Am 12. Juli wurden am Flughafen Zürich 31 Grad und auf dem Zürichberg 30.8 Grad gemessen. Im Tessin, genauer in Locarno, gab es bislang noch keinen einzigen Hitzetag. Es besteht, aber die Chance, dass auch der Süden in den nächsten Tagen diese Marke erreicht.

Dass diese Bilanz an den letzten Juli-Tagen noch einmal über den Haufen geworfen wird, ist eher unwahrscheinlich. Bis zum Wochenende ist das Wetter weiterhin wechselhaft mit zahlreichen Regengüssen und Temperaturen um die 20-Grad-Marke.

Bleibt die Hoffnung, dass sich der Sommer mit deutlich ansteigen Temperaturen und geringeren Niederschlagsmengen noch einmal zurückmeldet. Der meteorologische Sommer dauert schliesslich noch bis zum 31. August.

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