FCB-Kalulu rassistisch beleidigt: «Keine Zeit mit Dummköpfen verschwenden»
Aktualisiert

FCB-Kalulu rassistisch beleidigt«Keine Zeit mit Dummköpfen verschwenden»

Im Spiel zwischen dem FC Basel und dem FC Vaduz fangen Mikrofone eine eindeutig rassistische Äusserung ein. Der FCB und seine Spieler verurteilen die Beleidigung. Das SRF distanziert sich von Rassismus.

von
Nils Hänggi

Hier gut zuhören: Die Worte des unbekannten Sprechers.

SRF

Darum gehts

  • Im Spiel zwischen Basel und Vaduz kommt es zu einer rassistischen Äusserung.

  • Aldo Kalulu wird beleidigt.

  • Wer die Äusserung tätigte, ist derzeit unbekannt.

  • Es ist nicht das erste Mal, dass Kalulu Opfer von Rassismus wurde.

Viele Minuten waren noch nicht gespielt, als es passierte. Um genau zu sein: Die Partie zwischen dem FC Basel und dem FC Vaduz (1:2) befand sich in der Startphase. Und dann hörte man eine Aussage, die schockierte. Die Aussenmikrofone des SRF und von Blue fingen eine eindeutig rassistische Äusserung ein. Eine unbekannte Stimme hörte man sagen: «Ich glaube, der Kalulu war einmal ein Bananenpflücker. Der schreit im Zeugs herum.» Gemeint war der FCB-Spieler Aldo Kalulu, der den Ball in diesem Moment hatte und in einen Zweikampf verwickelt war.

Auf Anfrage von 20 Minuten sagte Simon Walter, Mediensprecher des FCB, zur Beleidigung: «Wir müssen rausfinden, wer das war, aber mehr kann ich jetzt noch nicht dazu sagen.» Man habe aber Kenntnis vom Vorfall. Auf Twitter schrieben die Basler Worte, die die Aussagen Walters unterstützen. So heisst es in einem Post: «Der FCB hat Kenntnis von den rassistischen Aussagen, welche am TV zu hören waren und verurteilt diese aufs Schärfste. Der FCB wird alles daran setzen, die TV-Produzenten zu unterstützen, die fehlbare Person ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen.»

Nach der Partie äusserte sich Fabian Frei zum Eklat. Er war schockiert.

Video: SRF

«Mir fehlen die Worte»

Und auch das SRF meldete sich zu Wort. Zu Beginn der zweiten Halbzeit meinte SRF-Kommentator Dani Kern: «Wir wissen nicht, wer die Äusserung tätigte. Die SRG produziert diese Spiele, aber ich garantiere, die Aussage kam nicht von einem SRG-Mitarbeiter.» Das SRF schrieb in einem Statement auf der Website: «Während der Übertragung des Super-League-Spiels am Ostermontag war über die Aussenmikrofone eine rassistische Äusserung gegen den FCB-Spieler Aldo Kalulu zu hören. Die SRG ist zuständig für die audiovisuelle Produktion aus dem St. Jakob-Park, hat aber keinen Einfluss auf Äusserungen von Drittpersonen. Das SRF distanziert sich von jeglicher Art von Rassismus.»

Nach der Partie fand Fabian Frei klare Worte. Gegenüber dem SRF sagte er: «Wir verurteilen diese Aktion scharf. Rassismus hat keinen Platz in der Gesellschaft. Mir fehlen die Worte.» Er wisse gar nicht, wer beleidigt worden sei. Aber das spiele auch keine Rolle. «Eigentlich sollte man Rassismus ja keine Plattform bieten, doch in einem solchen Fall ist es wichtig. Mich machen solche Aktion sehr, sehr traurig», so Frei.

Das sagt Kalulu zum Vorfall

Am späten Montagabend meldete sich Aldo Kalulu via Twitter und Instagram zum Vorfall. «Ich bedanke mich für die Unterstützung. Wir müssen vorwärts schauen und keine Zeit mit Dummköpfen verschwenden. Ich hoffe nur, dass Massnahmen ergriffen werden, um diese Art von Verhalten zu verhindern.»

Es ist nicht das erste Mal, dass Kalulu rassistisch beleidigt worden ist. So sorgte bereits vor zwei Jahren eine rassistische Aktion für Entsetzen. Beim Klassiker gegen den FC Zürich flog eine Banane aus der FCZ-Kurve aufs Feld, als der Franzose einen Eckball treten wollte. Später stellte sich der Täter und entschuldigte sich.

Das Netz kann es nicht fassen

Die Partie des FC Basel gegen Vaduz wurde also zur Nebensache. Im Netz entbrannte schnell eine Diskussion. Die Empörung war riesig. «Was war das eben für eine Bemerkung im TV von wegen: Kalulu und Bananenpflücker? War nur im Hintergrund zu hören. Findet man raus, wer das war, Rassismus hat keinen Platz im Sport» schrieb ein User etwa auf Twitter. Ein anderer fragte: «Wer ist dafür verantwortlich?»

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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