Medienkonferenz Bern - «AstraZeneca ist jetzt kein Thema mehr»

Medienkonferenz Bern«AstraZeneca ist jetzt kein Thema mehr»

Wie steht es um das Covid-Zertifikat, Contacttracing, die epidemologische Lage sowie um Quarantäne- und Rückreiseregeln im Sommer? Der Kanton Bern informierte via Stream. 20 Minuten berichtete live.

von
Lara Hofer

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Freitag, 04.06.2021

Zusammenfassung

Am Freitagmittag hat der Kanton Bern über die Corona-Situation vor dem Sommer informiert.

Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg hat bekanntgegeben, dass im Kanton Bern bis anhin 250'000 Menschen vollständig geimpft wurden. Dieses Wochenende werde zudem die Grenze von 700'000 verabreichten Impfdosen überschritten werden. Nicht kommen wird der AstraZeneca-Impfstoff. Ab Juli werde dafür ein weiterer mRNA-Impfstoff zur Verfügung stehen.

Kantonsärztin Dr. med. Linda Nartey schätze die Corona-Situation vor dem Sommer wie folgt ein: «Die epidemiologische Lage stabilisiert sich.» Im Kanton Bern sei es bisher zu 1079 Todesfällen gekommen. Die Kantonsärztin betonte zudem, dass das Durchschnittsalter der hospitalisierten Patientinnen und Patienten gesunken sei.

Weiter kündigte Impfchef Dr. med. Gregor Kaczala an, dass am 11. Juni die ersten 16- und 17-Jährigen geimpft werden. Und auch das Covid-Zertifikat lässt nicht mehr länger auf sich warten: «Ab nächster Woche werden versuchsweise erste Zertifikate ausgestellt», sagte Kaczala. Geimpfte erhalten das Zertifikat nach der zweiten Impfung. Ende Juni sollen zudem auch Genesene und Getestete über Zertifikate verfügen.

Pressekonferenz beendet

Die Pressekonferenz wurde beendet. In Kürze lesen Sie hier eine Zusammenfassung.

Kritik an Bundesrat

Nun können die anwesenden Medienschaffenden Fragen stellen. Die erste Frage handelt von den geplanten Pilotversuchen. Erneut kritisiert Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg die Entscheidung des Bundesrates, die Pilotversuche ohne Maske im Kanton Bern abzusagen. «Die Enttäuschung ist sehr gross.» Man könne nun weniger Erfahrungen sammeln als erhofft.

Zertifikate bis Ende Juni für alle

Bereits bekannt ist der Prozess: Wer in der Impfapplikation vacme die Einwilligung zu einem Impf-Zertifikat gegeben hat, wird nach der zweiten Impfung eine SMS erhalten mit einem Link zu einem sicheren Dokument – dem Impf-Zertifikat.

Im Kanton Bern haben sich derzeit 83 Prozent der registrierten Personen für einen automatischen Datentransfer für das Zertifikat angemeldet. Wer noch nicht eingewilligt hat, kann dies auch später noch über die Applikation oder bei der telefonischen Anmeldung nachholen, sagt Impfchef Dr. med. Gregor Kaczala.

Ende Juni sollen zudem auch Genesene und Getestete über Zertifikate verfügen. Ab dann werden im Kanton Bern die Zertifikate allen Registrierten zugestellt.

Der Impfchef Gregor Kaczala erklärt, dass das Impfzertifikat einerseits ausgedruckt werden kann, andererseits aber auch in elektronischer Version auf das Smartphone geladen werden. Es wird dann auch bei Reisen ins Ausland anerkennt werden.

Erste Covid-Zertifikate ab nächster Woche

Nun wird über das Covid-Zertifikat gesprochen. Bern ist Pilotkanton für das Bundesamt für Informatik (BIT) und ist bereit, ab nächster Woche versuchsweise erste Zertifikate auszustellen, sagt Kaczala. «Unser Fokus liegt dabei auf den Geimpften», so der Impfchef. Auch für Genesene könne ein Zertifikat gut funktionieren. «Die grösste Herausforderung werden die Getesteten darstellen.»

Impfung für unter 18-Jährige ab 11. Juni

«Heute um 15:00 Uhr werden exklusive Impftermine für die Gruppe R freigeschalten», sagt der Impfchef weiter. Die Gruppe R besteht aus 16- und 17-jährigen Personen. «Wir setzen damit ein klares Zeichen dafür, dass sich junge Menschen impfen lassen.» Die ersten R-Impfungen werden dann ab dem 11. Juni durchgeführt.

Impfungen

Nun übernimmt Impfchef Dr. med. Gregor Kaczala das Wort. «Ich freue mich über den positiven Verlauf des Impfvorganges.» Derzeit werden im Kanton Bern rund 70'000 Impfungen pro Woche durchgeführt. Bis im September sollten im Kanton Bern 70 bis 80 Prozent der über 16-Jährigen geimpft sein. «Ab September wird die Impfwilligkeit wohl sinken und somit auch weniger Impfkapazität benötigt werden.» Man erwarte zudem eine baldige Impf-Zulassung für unter 16-Jährige und Kinder.

Nicht kommen wird gemäss Kaczala der AstraZeneca-Impfstoff. Er rechnet aber damit, dass im Juli ein weiterer mRNA-Impfstoff zur Verfügung stehen wird.

Neue Pandemiewellen möglich

Eine Gefahr stellen die Corona-Mutationen dar. Es bestehe die Gefahr, sich mit neuen Virus-Varianten anzustecken. «Es können neue Pandemiewellen drohen», sagt die Kantonsärztin.

Es könne sein, dass sich die Bevölkerung noch für eine lange Zeit mit Massnahmen vor dem Virus schützen und Corona-Tests durchführen muss. «Auch das Contracttracing wird womöglich nicht so schnell aus unserem Alltag verschwinden.»

Belastung im Pflegesektor bleibt hoch

Die Belastung im Pflegesektor bleibe hoch, betont die Kantonsärztin. Auch das psychische Wohlbefinden der Menschen leide – seit der zweiten Welle sei die Situation vor allem auch für junge Menschen belastend.

Durchschnittsalter sinkt

Das Durchschnittsalter der hospitalisierten Patientinnen und Patienten ist 2021 gesunken. Die grösste Gruppe stellen dennoch Personen ab 60 Jahren dar, so die Ärztin.

1079 Todesfälle gab es im Kanton Bern bisher. 9 Prozent passierten in der ersten Welle, 85 Prozent in der zweiten Welle und 6 Prozent in der dritten Welle.

Lage stabilisiert sich

Nun übernimmt Kantonsärztin Dr. med. Linda Nartey das Wort. «Die epidemiologische Lage stabilisiert sich», sagt sie. Sie bedankt sich bei der Bevölkerung für das Einhalten der Massnahmen. «Die Fallzahlen sinken erfreulicherweise weiterhin ab.» Auch die Zahl der Hospitalisationen nehme laufend ab.

Hohe Impfwilligkeit

Pierre Alain Schnegg betont die hohe Impfwilligkeit im Kanton Bern. Bis heute Mittag wurden im Kanton Bern 250'000 Menschen vollständig geimpft, was über 28 Prozent der Bevölkerung über 16 Jahre entspricht. Damit liegt der Kanton Bern über dem schweizerischen Durchschnitt. Dieses Wochenende werde die Grenze von 700'000 verabreichten Impfdosen überschritten werden.

Die Medienkonferenz beginnt

Regierungsrat Pierre Alain Schnegg eröffnet die Pressekonferenz. Er kritisiert vorab die Entscheidung des Bundesrates, keine Pilotveranstaltungen im Kanton Bern ohne Masken zuzulassen.

Ausgangslage

Wie ist die Coronasituation im Kanton Bern kurz vor dem Sommer? An einem Point de presse werden Vertreterinnen und Vertreter des Kantons am Freitag um 13:00 Uhr zur epidemiologischen Lage informieren. Im Fokus stehen das Contacttracing, die Quarantäne- und Rückreiseregeln im Sommer sowie das Zertifikat für Geimpfte, Genesene und Getestete (GGG).

Informieren werden: Regierungsrat Pierre Alain Schnegg, Kantonsärztin Dr. med. Linda Nartey sowie Impfchef. Dr. med. Gregor Kaczala.

20 Minuten tickert live.