Spitzensport und Lehre: Der Kanton machts möglich

Aktualisiert

Spitzensport und LehreDer Kanton machts möglich

In der Freizeit schlägt sie Bälle übers Netz, den Rest des Tages ist sie KV-Stiftin: Simone Raaflaub kombiniert im Sport-KV die Ausbildung mit ihrer Leidenschaft.

von
Nathalie Jufer
Beachvolleyballerin Simone Raaflaub kann trotz Lehre ihre Profisport-Karriere weiter vorantreiben.

Beachvolleyballerin Simone Raaflaub kann trotz Lehre ihre Profisport-Karriere weiter vorantreiben.

«Leistungssportfreundlicher Lehrbetrieb»: Mit diesem Label zeichnet Swiss Olympic erstmals zwei Ämter der bernischen Kantonsverwaltung aus. Das Amt für Bevölkerungsschutz und Militär und das Amt für Landwirtschaft und Natur (Lanat) ermöglichen es Nachwuchssportlern, ihre Leidenschaft mit einer beruflichen Grundausbildung zu kombinieren. Davon profitiert auch die Beachvolleyballerin Simone Raaflaub: «Dass ich meine Lehre in diesem Rahmen absolvieren kann, ist eine enorme Entlastung.» Die 18-Jährige geht einen Tag in der Woche zur Berufsschule und arbeitet 50 Prozent beim Lanat als kaufmännische Angestellte. Um ihrem Ziel, einem Platz in der Beachvolleyball-Nationalmannschaft, näher zu kommen, trainiert sie zwei bis vier Stunden täglich. «Das macht man nur, wenn man es wirklich will», so die Sportlerin.

Das ist auch Monika Strasser vom Lanat klar: «Solche Schüler brauchen viel Disziplin.» Für den Arbeitgeber bedeute das vor allem Mehraufwand in der Planung: «Für jeden Schüler wird ein individueller ­Stundenplan erstellt.» Wer nun glaubt, dass die Nachwuchssportler mit weniger Schulstunden davonkommen, irrt: Die Sport-Stifte müssen die Schulbank nämlich ein Jahr länger drücken.

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