Umfrage in Europa: Der Klimawandel betrifft uns jetzt schon
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Umfrage in EuropaDer Klimawandel betrifft uns jetzt schon

Der Klimawandel betrifft nicht nur kommende Generationen, sondern führt schon heute zu Naturkatastrophen. Das glaubt die Mehrheit der Befragten einer Studie.

von
mlr
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Überschwemmungen, wie hier in Hamburg, sind in Norddeutschland nicht ungewöhnlich. Viele Menschen glauben einer Studie zufolge, dass die Häufung solcher Ereignisse auf den Klimawandel zurückgeht.

Überschwemmungen, wie hier in Hamburg, sind in Norddeutschland nicht ungewöhnlich. Viele Menschen glauben einer Studie zufolge, dass die Häufung solcher Ereignisse auf den Klimawandel zurückgeht.

epa/Carsten Koall
Die EPCC-Studie von Forschern aus Grossbritannien, Norwegen, Frankreich und Deutschland zeigt, dass zwischen 23 und 31 Prozent der Befragten (je nach Land) Stürme, Überschwemmungen und starken Regen als wichtigste Folgen des Klimawandels für ihr Land ansehen.

Die EPCC-Studie von Forschern aus Grossbritannien, Norwegen, Frankreich und Deutschland zeigt, dass zwischen 23 und 31 Prozent der Befragten (je nach Land) Stürme, Überschwemmungen und starken Regen als wichtigste Folgen des Klimawandels für ihr Land ansehen.

epa/Carsten Koall
Arbeiter in Nordirland befreien die Strasse von umgestürzten Bäumen, nachdem Sturm Doris Ende Februar 2017 auf der Insel gewütet hat. Rund drei Viertel der EPCC-Befragten sprechen sich dafür aus, die Länder mit Steuergeldern auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Arbeiter in Nordirland befreien die Strasse von umgestürzten Bäumen, nachdem Sturm Doris Ende Februar 2017 auf der Insel gewütet hat. Rund drei Viertel der EPCC-Befragten sprechen sich dafür aus, die Länder mit Steuergeldern auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Keystone/AP/Steven Mcauley

Seit der US-Präsident Donald Trump damit gedroht hat, das Pariser Klimaschutzabkommen aufzukündigen und Gelder für Klimaforschungseinrichtungen zu kürzen, steht das gemeinsame Vorgehen in der weltweiten Klimapolitik auf der Kippe. Dabei wünschen sich viele Menschen, dass die Politik den Kampf gegen den Klimawandel endlich entschlossen anpackt, wie Umfragen aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Norwegen zeigen.

Von rund 4000 Befragten sind sich 60 Prozent einig: Der Klimawandel ist kein Problem der Zukunft. Er ist bereits jetzt spürbar. Denken die Menschen an die globale Erwärmung, verspüren sie hauptsächlich Empörung und Angst, eine Minderheit fühlt sich schuldig.

Mehr Flüchtlinge wegen Klimawandel?

Die repräsentative Studie European Perceptions of Climate Change (EPCC) zeigt auch, dass die Bevölkerung ihre Regierungen hart in die Pflicht nimmt: Erneuerbare Energien sollen subventioniert, Länder, die nicht Teil des internationalen Klima-Deals sind, bestraft werden, so der Tenor.

Zudem halten es die Menschen dieser vier Länder für notwendig, dass Entwicklungsländer finanzielle Hilfe erhalten – denn diese Staaten hätten besonders mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen.

Diese Forderung ist nicht ganz uneigennützig: Immerhin glauben 57 Prozent der befragten Norweger und 39 Prozent der Deutschen, dass der Klimawandel zu mehr Migration führen wird. In Frankreich und Grossbritannien liegt der Anteil der Menschen, die das denken, bei 37 beziehungsweise 30 Prozent.

Wieso der Rückhalt der Bevölkerung so wichtig ist

Die überwältigende Mehrheit ist sich einig: Der Klimawandel ist – zumindest teilweise – menschengemacht. «Es ist ermutigend zu sehen, dass die meisten Personen dieser grossen Studie erkennen, dass der Klimawandel passiert», zitiert der «Guardian» den Leiter des internationalen Projekts, Nick Pidgeon von der Cardiff University. Seiner Ansicht nach ist der Rückhalt in der Bevölkerung für Klimaschutzmassnahmen enorm wichtig – gerade in Zeiten, in denen Politiker wie Donald Trump die Notwendigkeit dieser Bemühungen infrage stellen.

Das Pariser Klimaschutzabkommen war am 12. Dezember 2015 in Paris verabschiedet worden. Das Ziel: Der durchschnittliche weltweite Temperaturanstieg soll gegenüber der vorindustriellen Zeit auf deutlich unter zwei Grad Celsius begrenzt werden. Die Vertragsparteien müssen Anstrengungen unternehmen, um den Anstieg auf 1,5 Grad zu limitieren. Der Schweizer Nationalrat hat das Pariser Abkommen erst vor wenigen Tagen, am 2. März 2017, genehmigt. Einzig die SVP stellte sich dagegen.

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