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Böser Streich in Arbon TG «Der Knall ist brutal eingefahren»

Zwei Jugendliche leisteten sich kürzlich in der Bahnhofsunterführung von Arbon einen üblen Scherz. Mit einem Böller jagten sie zwei Passanten einen riesigen Schreck ein. Eine Frau hat einen Hörschaden davongetragen.

von
Leo Butie
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In der Bahnhofsunterführung in Arbon TG leisteten sich zwei Jugendliche einen üblen Streich.

In der Bahnhofsunterführung in Arbon TG leisteten sich zwei Jugendliche einen üblen Streich.

Privat
M.S. aus Arbon wollte mit seiner Kollegin an den See spazieren gehen, als ihnen zwei maskierte Jugendliche entgegenkamen.

M.S. aus Arbon wollte mit seiner Kollegin an den See spazieren gehen, als ihnen zwei maskierte Jugendliche entgegenkamen.

Google Maps
Als sie wenige Meter entfernt waren, zündeten die Jugendlichen einen Böller.

Als sie wenige Meter entfernt waren, zündeten die Jugendlichen einen Böller.

Privat

Darum gehts

  • Bei einer Unterführung in Arbon zündeten zwei maskierte Jugendliche einen Böller.

  • Es passierte wenige Meter vor dem Arboner M.S.* (56) und seiner Kollegin (40) .

  • Der Knall sei mehrere hundert Meter weit zu hören gewesen.

  • Der Polizei wurde der Fall gemeldet.

Den Knall habe man bestimmt mehrere hundert Meter weit hören können. «Es war unglaublich laut», sagt M. S.*, der zusammen mit einer Kollegin am 4. Januar um 14 Uhr in Arbon TG beim See spazieren gehen wollte. Bei der Treppe der Unterführung des Arboner Bahnhofs kamen ihnen plötzlich zwei maskierte Jugendliche entgegen. «Als sie noch zehn Meter von uns entfernt waren, riefen sie etwas und zündeten dann einen Böller», schildert S. den Vorfall.

Der Böller habe S. und seiner Kollegin nicht nur einen Schrecken eingejagt, sondern auch physisch geschmerzt. «Mein linkes Ohr hat weh getan, glücklicherweise hatte ich eine Mütze auf», so S. Die Kollegin des 56-Jährigen hat es schlimmer getroffen. Die 40-Jährige, die ohnehin schon auf Hörgeräte angewiesen sei, könne bei einem Ohr nun kaum mehr etwas hören. «Der Knall ist brutal eingefahren. Es ist eine absolute Frechheit, einen solchen Böller direkt vor anderen Menschen zu zünden», meint S. Das gehe nicht mehr unter Bubenscherz, wenn man Körperverletzungen in Kauf nehme. «Zum Glück waren keine Kleinkinder oder ältere Menschen in der Nähe», so S.

Polizei informiert

Die maskierten Jugendlichen wollten sich nach dem Knall aus dem Staub machen. S. und seine Kollegin rannten ihnen nach und wollten sie zur Rede stellen. «Als ich einen der beiden packen konnte, zückte der andere sein Handy und begann mich zu filmen», erzählt S. Deswegen habe er ihn loslassen müssen.

Eine Stunde später rief seine Kollegin beim Polizeiposten in Arbon an. Bei der Polizei hiess es, man solle beim Posten vorbeikommen. Direkt ausgerückt ist man nicht. «Das ärgert mich immens», sagt S. Er verstehe die Haltung der Polizei überhaupt nicht, schliesslich gehe es hier um Körperverletzung.

Kantonspolizei bestätigt Vorfall

Die Kantonspolizei Thurgau hat Kenntnis, dass es in Arbon zu einem Vorfall gekommen sei. «Wir sind über gezündetes Feuerwerk in einer Unterführung in Arbon informiert. Eine Frau hat sich telefonisch gemeldet und angekündigt, dass sie beim Polizeiposten eine Anzeige erstatten werde», sagt Michael Roth, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau.

Bis am Donnerstag habe die Geschädigte noch keine Anzeige erstattet. Die Kantonspolizei Thurgau weist zudem darauf hin, dass man bei dringenden Fällen unverzüglich die Notrufnummer 117 wählen soll, damit die Polizei allenfalls sofort ausrücken und Hinweisen nachgehen kann.

*Name der Redaktion bekannt

Bist du oder jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Fachstelle Frauenberatung

Onlineberatung für Frauen (BIF)

Onlineberatung für Männer

Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Pro Juventute, Tel. 147

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