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Spielend, leicht abnehmen?Der knallharte Personal-Trainer für zu Hause

Der Autor, selbst kampfsporterfahren, hat sich seit Monaten auf das Kampfspiel «UFC Personal Trainer» gefreut. Nicht zuletzt, um dem eigenen Hüftgold den Kampf anzusagen!

von
Olivier Marti

Gleich vorneweg, ich bin ein grosser Fan der UFC, der Ultimate Fighting Championship (siehe Infobox). Hierzulande noch relativ unbekannt, und wenn dann zu unrecht als wilde Prügelei verschrien, steht der athletische Aspekt im Vordergrund; Athletik gepaart mit Taktik und möglichst perfekt ausgeführter Technik. Und ja, es gibt auch auf's Maul.

Inspiriert durch meine Vorbilder aus dem Fernsehen gehe ich regelmässig ins Gym meines Vertrauens, um mit meinen Trainingspartnern die gesehenen Techniken einzustudieren. Mal mit mehr (der Trainingspartner hat ein blaues Auge), mal mit weniger Erfolg (ich habe ein blaues Auge).

Und nun soll es ein Spiel geben, mit dem ich unter Anleitung der Original-Trainer der UFC-Legenden die Kampftechniken erlernen kann? Und gleichzeitig ein knackiges Workout erhalte? Her damit und zwar zackig!

UFC? Um was geht's da eigentlich?

«UFC Personal Trainer» ist ein Spiel für den Bewegungssensor Kinect der Spielkonsole Xbox 360, für die PlayStation 3 und für Nintendo Wii. Das heisst, man hampelt mehr oder minder Gelenk vor dem heimischen Fernseh-Gerät rum und versucht den Anweisungen des Trainers Folge zu leisten. Und das kann wie im Falle des «UFC Personal Trainer» mitunter ganz schön anstrengend werden, aber genau darum geht es in dem Titel auch: Ein Workout für die eigene Stube.

Einstufungstest: Die erste Ernüchterung

Einmal eingeschaltet habe ich die Wahl zwischen einer einzelnen Trainingseinheit, spezifischen Übungen oder einem kompletten Trainingsplan, der wahlweise 30 oder 60 Tage dauert. Da ich es ernst meine, entscheide ich mich für einen 30-tägigen Trainingsplan, der wahlweise auf den Schwerpunkt Ausdauer, Gewichtsabnahme oder Krafttraining ausgerichtet werden kann.

Ich entscheide mich für Gewichtsabnahme und im Anschluss gilt es einen Einstufungstest zu durchlaufen, der mir ein massgeschneidertes Workout präsentiert. Doch hier kommt schon mal die erste persönliche Ernüchterung auf.

Wenn auch in letzter Zeit nicht mehr ganz so fleissig, gehe ich doch zirka zwei bis drei Mal die Woche ins Gym, womit ich mich durchaus als einigermassen fit bezeichne. Dennoch reicht es für mich nach 15 Minuten Schweiss und Tränen nur für die Einstufung als «Anfänger». Wie mag da wohl der untrainiert, übergewichtige Vorzeige-Nerd, wie unlängst von RTL zur Schau gestellt (20 Minuten Online berichtete), abschneiden? Scheintot? Für gänzlich untrainierte Leute können die Workouts also durchaus als hart bezeichnet werden.

Tristesse im virtuellen Gym

Nach dem Einstufungstest geht es auch gleich an die erste Trainingssession. Ich führe die vom Trainer erklärten Übungen aus, während dieser mich mit markigen Sprüchen zu motivieren versucht. «Komm schon!», «Gleich hast du's geschafft!» und dergleichen mehr. Erkannt werden meine Ausführungen vom Bewegungscontroller der Konsole, über den die Bewegungen auf das Fernseh-Gerät übertragen werden.

Trainiert wird im Spiel in einem virtuellen Gym. Hier könnte die Grafik auf höherem Niveau sein, da durchaus einiges an Tristesse verbreitet wird. Ich brauche nicht zwingend die originalen UFC-Nummer-Girls in hochaufgelöster Grafik vor mir rumtanzen sehen, wenngleich dies durchaus nett wäre, aber der karge, graue Raum verströmt den Charme eines Gefangenenlagers. Auch unterscheiden sich die drei im Spiel enthaltenen Trainer nur marginal voneinander und könnten bei einem «Look-A-Like-Contest» ganz vorne mitspielen.

Langzeitmotivation dank 70 Übungen

Nachdem die erste Trainingssession schliesslich abgeschlossen ist, tags darauf gefolgt vom einem amtlichen Muskelkater (soviel zum Thema, das ich durchaus fit sei), steht zwei Tage später die nächste Trainings-Einheit auf dem Programm. Hier ist es positiv hervorzuheben, dass einem das Spiel die zur Regeneration notwendige Zeit lässt.

Die nächsten Wochen führe ich die vorgegebenen Trainingseinheiten, welche motivierend ausfallen und mit einer Fülle von verschiedenen Übungen daherkommen, gewissenhaft aus. Gesamthaft sind über 70 verschiedene Übungen enthalten, die in Zusammenarbeit mit der National Academy of Sports Medicine (NASM) entwickelt wurden. Es dauert also ziemlich lange, bis man sämtliche Übungen durch hat und Langeweile aufkommt.

Die Bilanz

Nach der ersten Ernüchterung bleibt die Erkenntnis, dass der «UFC Personal Trainer» ein durchaus ernstzunehmendes Workout für zuhause ist. Die 30/60-Tages-Programme sind motivierend und halten den Spieler durch Erfolgs-Kontrollen und Statistiken bei der Stange. Was ziemlich nervt, ist, dass zumindest auf der Xbox 360, auf der das Spiel getestet wurde, nicht immer alle Bewegungen korrekt erkannt werden. Daher kann es passieren, dass man statt der geforderten 15 Liegestütze 20 zur Absolvierung der Übung machen muss. Auch erhält der Spieler keinerlei Feedback darüber, ob die Übungen korrekt ausgeführt wurde. Zudem wiederholen sich die Sprüche der Trainer doch sehr schnell, was ebenfalls nicht unbedingt zum Spielspass beiträgt und nach kurzer Zeit ebenfalls ärgerlich ist.

Dennoch, für Leute, welche keine Zeit für ein Gym haben und am Thema interessiert sind, ist das Spiel durchaus eine Möglichkeit, um an der eigenen Fitness zu arbeiten, auch wenn der «UFC Personal Trainer» ein richtiges Krafttraining im Gym mit einer ausgewogenen Ernährung nicht ersetzen kann.

Bleibt die Frage, ob ich nun ein besserer Kämpfer wurde oder abgenommen habe? Gemessen an der Anzahl blauer Augen während der wöchentlichen Trainingssession mit den Sparringinspartner: leider nein. Aber immerhin kann ich mit ein wenig Fantasie das Sixpack unter meinem Bauch zumindest schon mal wieder erahnen.

«UFC Personal Trainer»-Trailer

Quelle: YouTube

«UFC Personal Trainer» an der E3-Gameshow

Quelle: YouTube

Was ist die UFC?

UFC steht für Ultimate Fighting Championship und ist der weltweit grösste Veranstallter von MMA (Mixed Martial Arts) Events. Inspiriert durch das brasilianische Vale-Tudo, wo es eine lange Tradition ist, dass man Kämpfer verschiedener Kampfstile gegeneinander kämpfen lässt um so nicht nur den besten Kämpfer sondern auch den besten Kapmfstil zu ermitteln. 1993 wurde der erste UFC Event auf amerikanischen Boden in Denver durchgeführt. Damals noch recht archaisch, ist seit der Übernahme der UFC durch die Fertitta-Brüder die UFC stärker reglementiert und gehört heute zu einer der am schnellsten an Popularität zulegenden Sportarten mit weltweiten Events und einer immer grösser werdenden Fangemeinschaft.

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