Basel: «Der Knochen in den Haaren ist herablassend»
Aktualisiert

Basel«Der Knochen in den Haaren ist herablassend»

Die Logos der Clique Negro Rhygass und Mohrekopf-Gugge werden als rassistisch kritisiert. Die Basler Fasnächtler hingegen planen einen Solidaritäts-Marsch am Freitag.

von
lha
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So kontern Basler Fasnächtler die Rassismus-Vorwürfe an die Clique Negro Rhygass und Mohrekopf-Gugge. Am Freitag Abend gehen sie auf die Strasse.

So kontern Basler Fasnächtler die Rassismus-Vorwürfe an die Clique Negro Rhygass und Mohrekopf-Gugge. Am Freitag Abend gehen sie auf die Strasse.

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Die Allmendverwaltung hat dafür eine Marschroute bewilligt, auf der die Fasnächtler aufspielen werden. Es wird quasi ein Mini-Cortège mit mehreren hundert Mitläufern.

Die Allmendverwaltung hat dafür eine Marschroute bewilligt, auf der die Fasnächtler aufspielen werden. Es wird quasi ein Mini-Cortège mit mehreren hundert Mitläufern.

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Werden hier die Grenzen des Tolerierbaren überschritten? Um den Auftritt und den Namen der Fasnachtsgesellschaften Mohrekopf-Gugge und Negro Rhygass ist eine Kontroverse entbrannt.

Werden hier die Grenzen des Tolerierbaren überschritten? Um den Auftritt und den Namen der Fasnachtsgesellschaften Mohrekopf-Gugge und Negro Rhygass ist eine Kontroverse entbrannt.

Flickr.com/Guggemusik Mohrekopf

Aus Solidarität mit der Fasnachtsclique Negro Rhygass und der Guggenmusik Mohrekopf, deren Facebook-Seiten gesperrt wurden, stellen sich Fasnächtler nun solidarisch hinter die beiden Fasnachtsvereine. Auf Facebook wurde für Freitagabend zu einem Solidaritätsmarsch geladen. Gegen die Rassismus-Vorwürfe wolle man «ein Zeichen setzen», schreiben die Organisatoren. «Wir hoffen auf viele Fasnächtler.» Mehrere hundert Personen haben sich dafür auf Facebook schon angemeldet. Der Protest-Cortège wurde bewilligt und startet um 20 Uhr bei der Elisabethen-Anlage.

Die Aktion wird im Netz kontrovers diskutiert. Rapper Knackeboul etwa kann es gar nicht verstehen, dass es für eine Gugge, die für ihr rassistisches Logo kritisiert wird, auch noch Solidaritätsbekundungen gibt.

«Werden konstant auf unsere Hautfarbe reduziert»

Die Debatte wird im Netz sehr gehässig geführt, die Fronten scheinen verhärtet. «Ich finde die Debatte aber wichtig», sagt der Basler Veranstalter und Musiker Nic Plésel. Der 39-Jährige ist karibischer Abstammung und findet die Botschaft, die die Negro Rhygass und Mohrekopf-Gugge mit ihren Logos aussenden, rassistisch. «Der Knochen in den Haaren ist herablassend.» Das sei früher vielleicht anders gewesen. «Heute ist das aber nicht mehr zeitgemäss und Tradition entschuldigt nicht alles», so Plésel.

«Rassismus ist keine Frage der Intention, sondern tief in unseren Köpfen und Strukturen verankert», sagt eine Studentin, die anonym bleiben möchte. Sie fürchtet angesichts der «aggressiven Reaktionen» auf Social Media gar Gewalt, wenn sie sich exponieren würde. «Dunkelhäutige Menschen erleben hierzulande tagtäglich Rassismus», sagt sie. «Wir werden konstant auf unsere Hautfarbe reduziert und müssen uns tagtäglich damit auseinandersetzen.» Die Bernerin kann nicht nachvollziehen, wieso so viele Leute an etwas festhalten wollen, das für andere «zutiefst verletzend» sei.

«Beide Seiten sollten Zugeständnisse machen»

Georg Kreis, der Basler Historiker und ehemalige Präsident der eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, ruft derweil zur Versöhung auf. «Ich finde, beide Seiten sollten aufeinander zugehen und möglicherweise auch Zugeständnisse machen», sagt er gegenüber dem «Regionaljournal» von Radio SRF. Beispielsweise könnte die Negro Rhygass auf den Knochen in ihrem Logo verzichten, schlägt er vor.

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