Schweizer MMA-Fighter: Der Knock-out kam unerwartet und viel zu früh
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Schweizer MMA-FighterDer Knock-out kam unerwartet und viel zu früh

Nick Betschart hat in Basel sein MMA-Debüt gegeben. Der Muotathaler war motiviert bis in die Haarspitzen – und muss sich noch steigern.

von
Adrian Hunziker

Nick Betschart bei seinem MMA-Debüt in Basel. (Video: Tarek El Sayed)

Bamm! Plötzlich lag er am Boden. Stand aber sofort wieder auf, er war bereit weiterzukämpfen. Los, los, weiter! Nein, sagte der Schiedsrichter, dann war es vorbei. «Was war denn geschehen?», fragte sich Nick Betschart selber.

Der 30-Jährige hatte erst gerade im vergangenen Mai mit Mixed Martials Arts (MMA) begonnen, zuvor war er Handballer und Ringer gewesen. Im Dezember hätte er sein Debüt geben sollen. Doch ein Hautpilz verhinderte seinen Start, also musste der Muotathaler seinen ersten Kampf aufschieben. Bis am 17. Februar, am International Swiss Open (einem Amateur-Turnier) in Basel war es endlich so weit.

Kein Fairplay des Gegners

Sein Gegner reichte Betschart zu Beginn des Kampfes die linke Hand als Fairplay-Geste, griff nur Bruchteile von Sekunden später aber mit einem Tritt an – nicht die feine englische Art. «Das hab ich bemerkt, wenn er meint, er müsse das tun, ist das sein Problem. Ich mag es ihm trotzdem gönnen, dass er gewonnen hat», sagte der Debütant dazu. Betschart, der sich in den vergangenen Monaten das Boxen und Kicken erst neu beibringen musste, suchte sofort sein Heil im Bodenkampf, da hat er dank seiner Ringer-Erfahrung Vorteile. Und siehe da, schnell hatte er seinen Gegner am Boden, im Griff, konnte den Fight aber nicht beenden. «Wenn ich ihn dann hätte richtig fassen können, hätte ich weiterarbeiten können. Es sollte nicht sein.»

Wieder auf den Beinen attackierte Betschart zu forsch, wie er selber sagte, und lief in einen Hammer. Da war sein Debüt kurz vor Ende der ersten Runde (von deren zwei à zwei Minuten) bereits beendet. «Ich habe nicht realisiert, was geschehen ist, ich stand ja schnell wieder auf. Ich fragte noch, weshalb denn fertig sei, worauf einer meiner Coachs meinte, ich sei getaucht.» Betschart legte nach: «Das ist ein neues Gefühl, das habe ich noch nie erlebt.»

Konkurrenz nicht weit weg

Körperliche Schmerzen verspürte er ob des Niederschlages nicht, er war im Stolz getroffen, die Niederlage schmerzte mehr. Sie wäre nicht nötig gewesen, ist Betschart überzeugt. Er will mit MMA weitermachen, «ich habe noch nicht genug, ich weiss jetzt, wo meine Schwächen sind. Ich merkte aber auch, dass die Konkurrenz nicht weit weg ist. Ich fühlte mich gleich stark.»

Der Muotathaler, der in seiner Heimat eine Beiz führt, weiss genau, was er verbessern muss. Er hat einen grossen Rückstand im Boxen im Vergleich zu seinen Gegnern. Das wird er nun intensiv trainieren. «Ich musste in diesem Kampf einige Treffer einstecken. Solange er mich immer trifft, komme ich nicht an ihn heran. Also muss ich das lernen», resümiert er. Ende April bietet sich dem 30-Jährigen die nächste Chance auf seinen ersten Sieg in einem MMA-Fight.

Der MMA-Kämpfer aus dem Muotathal

Nick Betschart trainiert seit 6 Monaten MMA und bestreitet anfangs Dezember seinen ersten Kampf. (Video: Tarek El Sayed)

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